NOAM CHOMSKY

(1928 - 200?)

[Noam Chomsky]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1928
07. Dezember: Avram [Abraham] Noam [Noah] Chomsky wird als Sohn jüdischer Immigranten aus Rußland in Philadelphia geboren. Seine Eltern achten darauf, daß er keine Fremdsprachen erlernt (außer Hebräisch, das sie freilich nicht als solche verstehen), damit er ein guter, integrierter Amerikaner wird.

1936-39
Der Spanische Bürgerkrieg läßt Chomsky angeblich die Gefahr des Faschismus und die Notwendigkeit des Anarchismus und des Zionismus erkennen.

1945(?)-55
Chomsky studiert Filosofie und Linguistik an der Universität von Pennsylvania und in Harvard.
Mangels Fremdsprachenkenntnissen bleibt sein Linguistikstudium eher oberflächlich-theoretisch ("filosofisch").

1955
Chomsky promoviert mit einer Arbeit über Syntax[Satzbau]-Strukturen. Mangels Wissens glaubt er, daß es eine allen Sprachen gemeinsame "Tiefenstruktur" der Syntax geben müsse, die man nur zu kennen brauche, um alle Sprachen kinderleicht zu erlernen ("Generative Transformations-Grammatik"). Zum Glück ist der linguistische Verstand seines Doktorvaters Zellig Harris ebenso wenig von Fremdsprachen-Kenntnissen getrübt wie sein eigener, so daß die Arbeit angenommen wird.
Chomsky wird wissenschaftliche Hilfskraft in Harvard.

1957
Chomsky veröffentlicht seine gekürzte Dissertation unter dem Titel "Syntaktische Strukturen". Unter seriösen Linguisten erntet er nur Kopfschütteln; von den - überwiegend jüdischen - Medien wird er jedoch zum neuen Superstar der Linguistik und "großen Gelehrten" aufgebau[sch]t.

1959
Chomsky greift B. F. Skinner an, der Watsons Theorie des "Behaviorismus" auf die Linguistik übertragen hat. Dabei entwickelt Chomsky - der selber nie eine Fremdsprache erlernt hat - eine eigene abstruse Idee über den Spracherwerb von Kindern und das Erlernen von Fremdsprachen, die bald in aller Welt lebhaft diskutiert wird. Beifall findet sie allerdings überwiegend bei Leuten, die selber weder Kinder noch jemals eine Fremdsprache erlernt haben. Da diese seit Erfindung der "Anti-Baby-Pille" immer mehr werden, wächst Chomskys Ruhm stetig.

1961
Chomsky wird Professor für Linguistik am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

1966
Chomsky veröffentlicht ein Buch über "kartesianische Lingustik", in dem er sich auf Wilhelm v. Humboldt (1757-1835) beruft. Kenner der Humboldt'schen Schriften merken bald, daß Chomsky diesen überhaupt nicht verstanden hat.*

seit 1967/68
Chomsky - der von Politik ebenso viel versteht wie von Linguistik - betätigt sich auch politisch, indem er gegen Kapitalismus und Imperialismus im allgemeinen und gegen den Vietnamkrieg im besonderen hetzt. Seine erklärten Vorbilder sind Máo Tsé-tūng, Hô Chí Minh und Che Guevara. Dies fällt ihm umso leichter, als er - wie die meisten "68er", die jenen Ikonen nachlaufen - zu deren Lebzeiten nie in Rotchina, Nordvietnam oder Kuba gewesen ist.

[Chomskys Freund Mao Tse-tung] [Chomskys Freund Ho Chi Minh] [Chomskys Freund Che Guevara]

1975
Nachdem Chomskys "Generative Transformationsgrammatik" gründlich widerlegt ist (sie ist - außer auf das Englische - auf keine andere Sprache der Welt praktisch anwendbar) krempelt er sie gründlich um und veröffentlicht eine Neuauflage seiner Dissertation, in der er zu "beweisen" versucht, daß sie sich jedenfalls auch auf das Türkische und einen Dialekt australischer Ureinwohner anwenden lasse - wohl in der Hoffnung, daß niemand diese Sprachen so genau kenne, daß er ihn widerlegen könne. Leider währt auch diese Hoffnung nicht lange, und Chomsky ist erneut blamiert. Weitere Versuche, seine krause These zu "überarbeiten", bleiben ebenso erfolglos und finden in seriösen wissenschaftlichen Kreisen bald kaum noch Beachtung, erregen bestenfalls Heiterkeit**. Selbst in der BRD - wo offene Kritik nicht möglich ist, da sie als "Antisemitismus" ausgelegt werden könnte - gerät er, "wissenschaftlich" gesehen, allmählich in Vergessenheit.

seit 1975
Umso mehr Schlagzeilen macht Chomsky dafür politisch: Vom Zionisten wandelt er sich zum strammen Anti-Zionisten und stellt sich im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ausdrücklich auf die Seite der letzteren und ihres Führers "Yāsir" 'Arafāt. Ebenso unterstützt Chomsky verbal das shī'itische Mullah-Regime im Iran unter dem Ayatollah äl-Ķhomeinī gegen die USA und äußert sich (in einem MachWerk mit dem Titel "Verzerrungen aus vierter Hand") lobend über den kambodyānischen Völkermörder Pol Pot.

[Chomskys Freund Arafat] [Chomskys Freund Khomeini] [Chomskys Freund Pol Pot]

seit 1989
Der Zusammenbruch des Ostblocks trifft Chomsky tief. Er gibt einige halbherzige Erklärungen ab, daß am Kommunismus und Maoismus wohl doch nicht alles so gut gewesen sei, wie er meinte; gleichwohl bleibt er ein glühender Verehrer von Fidel Castro und hetzt auch weiter in öffentlichen Reden gegen Kapitalismus, Imperialismus und Globalisierung.

[Chomsky bei seinem Freund Fidel Castro]

Die Entwicklung der Computer-Linguistik zeigt auch den letzten "Gläubigen", daß Chomskys "Generative Transformations-Grammatik" eine Spinnerei aus dem Wolkenkuckucksheim eines Amateurs ohne Sprachkenntnise war: Alle Versuche, sie auch nur ansatzweise für irgendwelche Sprach- oder Übersetzungs-Programme nutzbar zu machen, scheitern kläglich.
Am Ende des Jahrhunderts gilt Chomsky - außer in rechtsextremen Kreisen, die ihn für seine feindselige Haltung gegenüber den USA und Israel als "Grödneuz [größter Denker der Neuzeit]" feiern - nur noch als Witzfigur.

[Witzfigur Chomsky]


2001
11. September: Chomsky relativiert und verharmlost die Kamikaze-Angriffe islamischer Terroristen auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D.C. und meint, im Vergleich mit den Terrorakten der USA seien dabei nicht allzu viele Menschen umgekommen.


*Anm. Dikigoros (nur für linguistische interessierte Leser): Humboldts Sprachlehre ist schwierig zu verstehen, aber leicht zu mißverstehen, zumal man bei aller Bewunderung für sein Genie feststellen muß, daß auch ihm Fehler unterlaufen sind. So mag seine Annahme einer "gemeinsamen Ursprache der Menschheit" Chomsky in seiner These bestärkt haben, daß es eine universelle "Tiefenstruktur" der Syntax geben müsse. Beide haben übersehen, daß eine feste Syntax in den meisten Sprachen gar keine grammatikalische Notwendigkeit ist. Humboldt hatte den Schwerpunkt seiner Sprachstudien nicht auf die Syntax, sondern auf die Morfologie gelegt; seine Einteilung der Sprachen in drei Haupttypen - [wurzel-]isolierende, agglutunierende und flektierende (denen seine Epigonen Sapir und Wendt rund 100 Jahre später noch eine überflüssige vierte, die "inkorporierende-polysynthetische" hinzu fügten) - war zu Dikigoros' Schulzeiten herrschende Lehre. Bei den letzten beiden Typen ist die Wortfolge weitgehend frei, da der Sinn morfologisch bestimmt werden kann: Die Sätze "Das Pferd frißt den Hafer" und "Den Hafer frißt das Pferd" sind gleichbedeutend. (Denkbare Ausnahmen, wie "Die Schlange frißt die Maus" oder "Das Schaf frißt das Kleeblatt" sind nur grammatikalisch, nicht aber tatsächlich mehrdeutig.) Allein bei den "isolierenden" Sprachen, die nach Humboldts Vorstellung aus einsilbigen, morfologisch nicht modifizierbaren Wörtern bestehen, kommt es auf die Wortfolge, also den Satzbau an. Humboldt nennt als Beispiele das Chinesische, das Vietnamesische und - irrtümlich - das Malayische. [Die malayische Sprache ("Bahasa Indonesia", "Bahasa Malaysia") ist - wie alle austronesischen Sprachen - agglutinierend, und zwar in reinster Form (das Deutsche ist dagegen ein Mischtyp aus flektierender und agglutinierender Sprache). Kaum eine Wortwurzel bleibt "isoliert", vielmehr wird durch Vorsilben und/oder Endungen ausgedrückt, ob ein Wort als Substantiv, Adjektiv oder Verb zu verstehen ist. Dieser Irrtum wurde vermutlich durch eine Eigenart des Malayischen verursacht, die Westlern noch heute Probleme bereitet und von der jetzt herrschenden Lehre ungenau "Subjekt/Objekt-focus" genannt wird. Tatsächlich handelt es sich um eine Entsprechung unseres Aktivs/Passivs, die in der Regel durch Agglutinierung ausgedrückt wird, aber auch - unter Weglassung der Vorsilbe - durch Inversion ausgedrückt werden kann; und letzteres dürfte Humboldt veranlaßt haben, das Malayische den Sprachen mit bedeutungsentscheidender Wortfolge, d.h. den "isolierenden", zuzuordnen.] Viel schwerer wog aber ein anderer Irrtum Humboldts: Er übersah, daß ein ganz anderes Idiom sich mit Riesenschritten zur "isolierenden" Sprache entwickelte, nämlich das Englische (das diese Stufe heute schon fast erreicht hat - man kann praktisch jedes Wort wahlweise als "Substantiv", als "Adjektiv" oder als "Verb" gebrauchen, letzteres, indem man ihm ein "to" voran stellt), und das war nun mal die Sprache, in der Chomsky dachte. [Humboldt konnte oder wollte diese Entwicklung wohl deshalb nicht sehen, weil er das Englische ja als maßgeblichen Baustein für seine These der indo-germanischen (oder, wie man heute sagt, indo-europäischen) Ursprache brauchte, die unzweifelhaft nicht "isolierend" war, weshalb es auch das Englische nicht sein durfte. Und weil nicht sein kann was nicht sein darf... so entstehen "wissenschaftliche" Irrtümer!] Da das Englische aber ursprünglich wie das Deutsche zum Mischtyp der agglutinierenden und flektierenden Sprachen gehörte (und als solche sah sie auch Chomsky an), hat es - als einzige "isolierende" Sprache - auch noch die alten Satzbestandteile "Subjekt", "Prädikat" und "Objekt" bewahrt. (In den sino-tibetischen Sprachen gibt es das nicht, auch wenn einige westliche Lehrbücher versuchen, den Lernenden Eselsbrücken zu bauen, indem sie /so etwas ähnliches an den Haaren herbei ziehen.) Daher ist es tatsächlich möglich, englische Sätze in eine Art "Tiefenstruktur" zu transformieren. Aus dieser einmaligen Konstellation des Englischen zog nun Chomsky - der keine anderen Sprachen beherrschte - den Trugschluß, daß man das verallgemeinern könne, und so gelangte er zu der These, daß jede Sprache sich in ihrer "Tiefenstruktur" auf Sätze aus Subjekt-Prädikat-Objekt zurück führen lassen müsse. Nichts weiter will die "Generative Transformations-Grammatik" beweisen - auch wenn Chomsky den einzelnen Satzbestandteilen neu erfundene Namen gibt -, aber dieser Beweis ist nicht möglich, da die zugrunde liegende Annahme schlichtweg falsch ist.

**Unbestritten ist mittlerweile zwar, daß der Mensch - wie jedes andere Tier auch - eine angeborene Neigung zum Ausstoßen von Lauten bzw. Lautfolgen ("Wörtern", "Sätzen") hat, die auch mit einer bestimmten Bedeutung versehen sind, die sich bei höheren Säugetieren zur Begrifflichkeit verdichten kann; allerdings lehnen selbst Linguïsten, die früher als Anhänger von Chomskys Thesen galten, wie z.B. Derek Bickerton, das Konzept einer angeborenen Fähigkeit zur Syntaxbildung letztlich ab; es kann folglich auch keine für jede Syntax gleiche "Tiefenstruktur" geben, die allen Menschen gleichermaßen angeboren wäre. Es handelte sich lediglich um eine aus Gründen der "politischen Korrektheit" propagierte Chimäre, mit der versucht wurde, angeborene Unterschiede der Menschen zu verschleiern, indem man sie für - jedenfalls "in der Tiefe" - nicht vorhanden erklärte. Die gerade in den USA offenkundigen Unterschiede etwa zwischen "English" und "Ebonics" hätten Chomsky erkennen lassen müssen, daß sprachliche Fähigkeiten, wenn sie denn tatsächlich auf Vererbung beruhen und nicht lediglich erworben sein sollten, nicht bei allen Menschen gleich sind.


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