

![[Dollfuß will die ihm von Hitler servierte 'Union Broth (Wiedervereinigungs-Suppe)' nicht essen]](dollfsuppenkasper.gif)




*Dieses rabiate Vorgehen - Justizmord an einem offensichtlich Unschuldigen - macht das Schuschnigg-Regime beim Volkbei der Bevölkerung auf einen Schlag ebenso unbeliebt, wie es das Dollfuß-Regime zuvor gewesen war. Es stand in auffallendem Gegensatz zum Verhalten österreichischer Behörden bei früheren politischen Attentaten. So hatte im Oktober 1916 Friedrich Adler, der Sohn des jüdischen Sozialistenführers Viktor Adler, den österreichischen Ministerpräsidenten Graf Stürgkh in einem Wiener Café erschossen. Wiewohl es weder an seiner Tat noch an seinen niederen Beweggründen die geringsten Zweifel gab (Adler huldigte der absurden Ansicht, der harmlose, fast erblindete Greis, den man lediglich als Marionette auf seinen Posten gehievt hatte, sei persönlich verantwortlich für den Ersten Weltkrieg im allgemeinen und das Verbot irgendeiner Arbeiter-Demonstration), dauerte sein Prozeß ein halbes Jahr. Adler wurde zwar 1917 pro forma zum Tode verurteilt, aber vom Kaiser sofort zu "lebenslanger" Haft begnadigt. Bereits 1918 wurde er entlassen; im folgenden jubelten die linken
Medien
ihn zu einem "Martyrer" und "Friedenskämpfer" und seinen feigen Mord zu einer "Heldentat" hoch.
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