Hans-Dietrich Genscher

(1927 - 200x)

[Genscher mit eigenhändiger Unterschrift]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1927
21. März: Hans-Dietrich Genscher wird als Sohn des Verbandsjuristen Kurt Genscher und seiner Ehfrau Hilde, geb. Kreime, in Reideburg/Saale geboren.

1933
Familie Genscher zieht nach Halle/Saale um.

1943
Genscher wird Luftwaffenhelfer.

1944
Genscher wird zum RAD eingezogen.

1945
Genscher wird zur Wehrmacht eingezogen (seine spätere Behauptung, er habe sich freiwillig gemeldet, um einer Rekrutierung durch die Waffen-SS zu entgehen, ist ein Märchen) und gerät in der Endfase des Zweiten Weltkriegs kurz in amerikanische, dann ebenso kurz in britische Gefangenschaft.

1946
Genscher legt in Halle die Reifeprüfung ab und tritt der sowjetzonalen LDPD bei.

1946-1949
Genscher studiert Rechtswissenschaften an den Universitäten Halle und Leipzig.

1949
Genscher legt das 1. juristische Staatsexamen in Leipzig ab und absolviert anschließend den juristischen Vorbereitungsdienst ("Referendariat") im OLG-Bezirk Halle (bis 1952).

1952
Genscher verläßt - angeblich einen Tag vor Ablegung des 2. juristischen Staatsexamens - die DDR und siedelt in die Bundesrepublik über. Er tritt in die FDP ein, die damals als "rechte" (national-liberale) Partei gilt.

[Wahlplakat der FDP]

1952
Genscher absolviert im Westen noch einmal den juristischen Vorbereitungsdienst (bis 1954)

1954
Genscher legt in Hamburg das 2. juristische Staatsexamen ab und geht anschließend als Anwaltsassessor nach Bremen, wo er stellvertretender Landesvorsitzender der Jungdemokraten (die sich, um die ihnen peinliche Abkürzung "Juden" zu vermeiden, "Judos" nennen) wird.

1956
Genscher geht als Wissenschaftlicher Assistent der FDP-Bundestagsfraktion in die provisorische Bundeshauptstadt Bonn.

1958
Genscher heiratet Luise, geb. Schweitzer. Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.

1959
Genscher wird Fraktionsgeschäftsführer der FDP im Bundestag (bis 1965)

1961
Nachdem Bundeskanzler Adenauer bei den Bundestagswahlen die absolute Mehrheit verloren hat, wird die FDP - die unter Erich Mende fast 13% der Wählerstimmen gewonnen hat - als Koalitionspartnerin der CDU/CSU Regierungspartei.

1962
Genscher wird Bundesgeschäftsführer der FDP.

1965
Bei den Bundestagswahlen wird die Koalition aus CDU/CSU (Bundeskanzler seit 1963: Ludwig Erhard) und FDP bestätigt. Genscher wird erstmals in den Bundestag gewählt und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion (bis 1969).

1966
Oktober: Die Regierungs-Koalition bricht nach dem Rücktritt der FDP-Minister auseinander.
Dezember: Die CDU/CSU schließt mit der SPD eine "Große Koalition"; die FDP findet sich unversehens in der Opposition wieder.
Genscher wird Mitglied des Landesvorstandes der FDP von Nordrhein-Westfalen und läßt sich von seiner Ehefrau Luise scheiden.

1968
Dem linken Flügel der FDP (Scheel, Genscher, Baum, Hirsch) gelingt es, Erich Mende zu stürzen und das politische Steuer um 180° herum zu reißen: Statt rechts von der CDU/CSU steht die FDP nun links von der SPD.
Genscher wird Stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender (bis 1974).

1969
Nach den Bundestagswahlen schließen SPD und FDP die so genannte "Kleine Koalition".
Genscher wird Bundesinnenminister im ersten und zweiten Kabinett von Bundeskanzler Willy Brandt. Vorrangiges politisches Ziel der neuen Bundesregierung ist eine Annäherung an den sowjetischen Ostblock, eufemistisch als "Entspannungspolitik" bezeichnet. Tatsächlich führt sie weltweit zu neuen Spannungen, da sie die Sowjets ermutigt, in großem Maßstab "Weltpolitik" zu machen und allenthalben, besonders in der "Dritten Welt" (Asien, Afrika, Lateinamerika) so genannte "Stellvertreterkriege" zu beginnen.

1969
Juli: Genscher reist zusammen mit Außenminister Walter Scheel und Wolfgang Mischnick zu Gesprächen mit dem Sowjetführer Kossygin nach Moskau.
Oktober: Genscher heiratet in zweiter Ehe Barbara, geb. Schmidt.

1970
Wegen seines unvorteilhaften Äußeren wird Genscher hinter vorgehaltener Hand der Spitzname "Schweinchen Dick" - nach einer Zeichentrickfigur von Walt Disney - zugelegt.


1972
August: Bei den Olympischen Spielen in München verschuldet Genscher die Entführung und Ermordung israelischer Sportler durch ein Terrorkommando der von ihm massiv unterstützten Palästinenser im Auftrag von Jassir Arafat.
September: Um derartige Anschläge künftig zu verhindern, wird eine Spezialtruppe des Bundesgrenzschutzes (GSG 9) aufgestellt.

1974
Genscher, der als Innenminister nicht länger tragbar ist, wird statt dessen Bundesaußenminister. Damit hat er endlich das Amt inne, in dem ihn die DDR-Führung seit seiner Einschleusung in die BRD sehen wollte - möglicherweise hat er auch den Terroranschlag von München mit initiiert, um diesen Wechsel zu bewirken.
Genscher wird als Nachfolger von Walter Scheel Bundesvorsitzender der FDP (bis 1985).

1974
Genscher ist maßgeblich an den Verhandlungen über den Text der KSZE-Schlußakte in Helsinki beteiligt, der ganz im Sinne der Sowjetunion abgefaßt wird.

1975
Genscher läßt sich das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verleihen.

1976
Dezember: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York City nimmt Genschers Vorschlag über eine Anti-Terrorismus-Konvention an. Darin ist u.a. vorgesehen, daß auf Forderungen von Geiselnehmern unter keinen Umständen eingegangen werden soll. Jeder weiß, daß sich niemand ernsthaft an dieses Lippenbekenntnis halten wird.

1978
Genscher wird der Orden wider den tierischen Ernst verliehen.


1980
Juni/Juli: Genscher reist mit Bundeskanzler Schmidt nach Moskau, um das sowjetische Regime in seinen Bestrebungen zu unterstützen, den so genannten NATO-Doppelbeschluß zu kippen, der die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen in Europa vorsieht.


In Westdeutschland wird - mit Hilfe der Stasi - die so genannte "Friedensbewegung" ins Leben gerufen, die eine einseitige Abrüstung des Westens fordert. (Im Ostblock wird ein derartiges Ansinnen in Bezug auf die eigene Rüstung mit Zuchthaus bestraft.)

1982
Nach dem Austritt der FDP-Mitglieder aus dem Kabinett Schmidt initiiert Genscher Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU.
Genscher unterstützt das konstruktive Mißtrauensvotum gegen Schmidt.
Genscher wird Bundesaußenminister und Vizekanzler unter dem neuen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Er erreicht, daß die bisherige Politik praktisch unverändert fortgeführt wird (die CDU als "bessere SPD").

1984
Juli: Genscher reist in die iranische Hauptstadt Tähran und kriecht den Ayatollas, die dort 1979 die Macht an sich gerissen haben und seither ein islamisches Terror-Regime führen, tief in den A... (Hintergrund sind Öl- und Waffengeschäfte - die BRD beliefert im Ersten Golfkrieg zwischen Iran und Irāq beide Seiten.)


Genscher wird Präsident des NATO-Rates und Präsident des Ministerrates der Westeuropäischen Union (bis 1985).

1985
Genscher tritt als FDP-Vorsitzender zurück. Sein Nachfolger wird Martin Bangemann.

1986
Genscher wird zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt.

1988
Januar: Genscher trifft sich in Polen mit dem Deutschenhasser Lech Walesa und sichert ihm finanzielle Unterstützung für seine illegale Gewerkschaftsbewegung "Solidarnosc" zu. Der Druck, der damit auf die polnische Regierung ausgeübt wird, zwingt diese zu einem - eigentlich gar nicht gewollten - engen Schulterschluß mit Moskau.
Februar: Angesichts der Überlegenheit des Westens auf dem Gebiet der chemischen Forschung fordert Genscher auf der UN-Abrüstungskonferenz in Genf ein "weltweites" Verbot chemischer Waffen - wohl wissend, daß dessen Einhaltung im Ostblock praktisch nicht kontrolliert werden kann.

1989
Oktober: Genscher gratuliert dem SED-Regime unter Erich Honecker besonders herzlich zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung. Die Bestrebungen des SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine, die SPD mit der SED "wiederzuvereinigen" - ein gemeinsames Thesenpapier ist bereits erstellt - verfolgt Genscher mit Sympathie.
Zu Genschers Entsetzen nimmt unmittelbar darauf die im Spätsommer begonnene Fluchtbewegung von DDR-Bürgern über die CSSR und Ungarn in den Westen bedrohliche Ausmaße an. Er handelt mit dem SED-Regime aus, daß die in BRD-Vertretungen im Ostblock geflüchteten DDR-Bürger zunächst in die DDR zurück kehren müssen, von dort aber in die BRD ausreisen dürfen.
November: Nach dem Fall der Berliner Mauer ergießt sich ein Strom von DDR-Bürgern in den Westen, was Genscher mit großer Sorge erfüllt.
26. Dezember: In einem theatralischen Akt von Selbstbeweihräucherung schneiden Genscher und sein tschechischer Amtskollege Dienstbier den - nunmehr bedeutungslosen - Grenzzaun zwischen beiden Staaten am Übergang Waidhaus-Roßhaupt durch.

1990
Genscher beteiligt sich an dem ersten (Bonn), zweiten (Berlin) und dritten (Paris) Außenministertreffen der "2 + 4"-Gespräche, in denen die Besatzungsmächte ihre Rechnung für die deutsche "Wiedervereinigung" präsentieren. Dazu gehört u.a. die endgültige Anerkennung der so genannten "Oder-Neiße-Linie" als polnische Westgrenze. (Tatsächlich ist die Bezeichnung falsch, denn sie beinhaltet auch die Abtretung Stettins, das westlich dieser Linie liegt.) Dies, obwohl SU-Präsident Gorbatschow ausweislich der Memoiren seines Chef-Dolmetschers gegen entsprechende Bezahlung bereit gewesen wäre, Polen zur Rückgabe der deutschen Ostgebiete zu zwingen; für diesen Fall hatten allerdings Großbritannien (PM Thatcher) und Frankreich (Präsident Mitterrand) mit Krieg gedroht, von dem sie ohnehin nur durch eine Erklärung der USA (Präsident Bush) abgehalten werden können, diesen nicht unterstützen zu wollen.
November: Genscher unterzeichnet in Warschau den Abtretungsvertrag.


1991
Genscher forciert die Anerkennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien als unabhängige Staaten - die unter Tito von Moskau abgefallene Bundesrepublik Jugoslawien war ihm schon lange ein Dorn im Auge. Zu seinem Entsetzen brechen bald darauf nicht nur CoMeCom und Warschauer Pakt, sondern auch die UdSSR bzw. deren Nachfolgerin GUS auseinander: Nach Niederschlagung eines stümperhaften Militärputsches erklärt der Präsident der russischen Föderation, Boris Jeltsin, deren Austritt. Die Ukraïne, Weißrußland, die baltischen, türkischen und kaukasischen Republiken folgen. Genschers Weltbild bricht zusammen.


1992
Genscher wird - wie so viele andere Politiker in Ost und West auch - als Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS, Stasi) der DDR enttarnt (IM "Tulpe"). Auf amerikanischen Druck muß er als Außenminister und Vizekanzler zurück treten; um einen Skandal zu vermeiden, wird der Grund vor der Öffentlichkeit geheim gehalten.Sein Abgeordnetenmandat darf er vorerst behalten (bis 1998).
Genscher wird Ehrenvorsitzender der FDP und Präsident der "Europäischen Bewegung Deutschland". In Polen und Ungarn werden ihm Orden verliehen; in Halle wird er zum Ehrenbürger ernannt.


1994
Genscher wird Honorarprofessor für Politische Wissenschaften an der FU Berlin. Seine Auftritte sind so peinlich, daß sein Engagement nach nur einem Semester beendet wird.

1995
Genscher stellt seine "Erinnerungen" vor.


1998
Genscher wird Aufsichtsratsvorsitzender der zwielichtigen "Beratergesellschaft" WMP EUROCOM AG in Berlin
April: Genscher hält seine Abschiedsrede im Bundestag.

1999
Genscher wird Mitglied der Anwaltskanzlei Büsing, Müffelmann & Theye in Berlin.

2000
Genscher gründet eine eigene Beratergesellschaft, die "Hans-Dietrich Genscher Consult GmbH".

2001
Genscher wird Präsident ("Frühstücksdirektor") der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.


2002
Genscher wird zum Ehrendoktor der polnischen Universität Szczecin ernannt.

2003
Genscher wird zum Ehrendoktor der Universität Leipzig ernannt.
Bei einer vom Staatssender ZDF veranstalteten Wahl zum "besten Deutschen" belegt er Platz 39.

2004
Genscher wird aus unerfindlichen Gründen der Erich-Kästner-Preis verliehen.


2007
März: Trotz der angespannten Wirtschaftslage feiert Genscher seinen 80. Geburtstag mit enormem Aufwand; die dafür aufgewendeten Steuergelder sind höher als bei der berüchtigten Feier zu Görings 50. Geburtstag anno 1943, über dessen Kosten man sich früher sehr ereiferte; die gleichgeschalteten Medien der BRDDR verhindern jedoch öffentliche Unmutsäußerungen über die Prunk- und Verschwendungssucht des ehemaligen "Ministers des Äußersten", wie ihn unabhängige Journalisten hinter vorgehaltener Hand nennen.
Aus dem selben Anlaß wird ihm - zusammen mit dem obersten Rauschgiftdealer"Präsidenten" Afģānistāns Karsai - der Steiger Award verliehen.

2008
Oktober: Genscher wird zum DschungelkönigAalkönig* von Bad Honnef ernannt.

[Was ist grün und stinkt nach Fisch? IM Tulpe!]

2009
Genscher - der als GottloserKonfessionsloser dazu besonders prädestiniert ist - fordert den Rücktritt des Papstes.**


*Als jener Titel kreiert wurde, soll es im Rhein noch Aale gegeben haben.

**Papst Benedikt hatte, um ein Zeichen der Versöhnung mit der Pius-Bruderschaft zu setzen, der Aufhebung der Exkommunikation von vier suspendierten Anhängern des 1991 verstorbenen Erzbischofs Marcel Lefebvre durch die Bischofskongregation zugestimmt. Auf jüdischen Druck hatten daraufhin diverse gleichgeschaltete Medien wahrheitswidrig behauptet, einer der Betroffenen, der britische Bischof Richard Williamson, sei ein "Holocaust"-Leugner, und der Papst habe ihn "rehabilitiert"; deshalb verlangten besagte Medien, der Papst müsse dies sofort rückgängig machen oder aber selber zurück treten, um die Beziehungen zum Judentum nicht zu belasten. In Wahrheit wurde nur die Exkommunikation, nicht aber die Suspendierung, aufgehoben; und Richardson hatte nicht den "Holocaust" geleugnet, sondern lediglich die - längst von keinem seriösen Historiker und auch sonst von niemandem außerhalb der BRDDR mehr ernst genommene - "symbolische" Zahl "6 Millionen" sowie die Methoden der Judentötungen angezweifelt. Gleichwohl entblödete sich die Staatsanwaltschaft Regensburg - die sich offenbar für örtlich zuständig hielt, da Papst Benedikt auch mal in Regensburg war - nicht, ein Ermittlungsverfahren wegen "Holocaustleugnung" einzuleiten.

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