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![[Bücherverbrennung]](buecherverbrennung.jpg)
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*All diese Wahlergebnisse deuten darauf hin, daß Goebbels' Rolle beim Aufstieg der NSDAP im Nachhinein - bereits im "Dritten Reich", aber mehr noch danach - stark überschätzt wurde. Er war weit davon entfernt, den Nazis "das rote Berlin zu erobern"; und auch im übrigen Reich riß er keine Bäume aus. Solange Hitler öffentliches Redeverbot hatte und Goebbels ihn als Hauptredner vertrat, kam die NSDAP praktisch nicht vom Fleck. Das änderte sich erst, als Hitler wieder selber auftreten durfte. Seine rauh-heisere Stimme und seine emotionale Sprechweise faszinierten die Hörer; dagegen hatten Goebbels' Reden inhaltlich zwar ein deutlich höheres Niveau - und auch seine Vortragsweise war weitaus gediegener -, sie wirkten aber irgendwie zu "akademisch" und kamen bei der breiten Masse, insbesondere bei den Arbeitern, nicht an. Sie eigneten sich mehr, um in geschlossenen Gesellschaften vor Anhängern - die ohnehin brav klatschten - oder im Parlament "zum Fenster hinaus" gehalten und später in der Presse abgedruckt zu werden. **Symptomatisch für die schlechte Vorbereitung des
Rußlandfeldzugs
nicht nur in militärischer, sondern auch in politischer Hinsicht ist Goebbels' in sich widersprüchliche Propaganda in den besetzten Gebieten. So kann man sich nicht darauf einigen, ob man die anti-bolschewistischen russischen Patrioten für sich gewinnen soll oder aber die Nationalisten der von den Russen - nicht erst seit Sowjet-Zeiten - unterdrückten kleineren Völker. Goebbels fährt nicht nur zwei-, sondern gleich dreigleisig, indem er auch noch an die - vermeintlichen - Anhänger
Trotskis
appelliert. Letztlich macht diese Schaukelpolitik die Deutschen in den Augen aller "Sowjet-Menschen" unglaubwürdig. ***Einige Jahre später kommt heraus, daß Martin Broszat, der Leiter der IfZ, Mitglied der NSDAP war. ****Während die Aufzeichnungen vom 28.2.-10.4.45 - also fünfeinhalb Wochen - einen Umfang von über 500 Seiten hatten und die 17 Jahre von 1924-41 immerhin von 3.300 Seiten, haben die 21 Jahre der Reuth-Ausgabe insgesamt nur noch etwas über 2.300 Seiten, davon ca. ein Viertel Anmerkungen des Herausgebers. Alle Hinweise auf alliierte Kriegsverbrechen sind sorgfältig getilgt; ebenso fehlen die Tage, an denen kriegsentscheidende und/oder besonders umstrittene Ereignisse (z.B. Hitlers Haltebefehl vor Dünkirchen, Hess' Flug nach Schottland und der japanische Angriff auf Pearl Harbor) statt fanden. Goebbels' Tagebücher sind eine Quelle ersten Ranges, allerdings mehr für seine Person als für die historischen Ereignisse um ihn herum, und auch ersteres nicht durchgehend: Die - offenbar noch unbearbeiteten - Aufzeichnungen bis Ende 1931 zeigen einen labilen, leicht beeinflußbaren, zwischen Höhen und Tiefen schwankenden Menschen, der an sich und der Welt zweifelt. Die Aufzeichnungen danach (bis Ende April 1933) sind für die Veröffentlichung von "Vom Kaiserhof zur Reichskanzlei" bearbeitet und entsprechend geschönt, also wenig glaubwürdig. Die Aufzeichnungen danach bis zum Juni 1941 zeigen, wie Goebbels mehr und mehr der Wirkung seiner eigenen Propaganda erliegt und den Bezug zur Realität verliert. Ab Juni 1941 sind die Aufzeichnungen nicht mehr von Goebbels selber nieder geschrieben, sondern diktiert und kaum noch persönlich; sie wirken eher wie Kriegspropaganda denn wie Tagebücher und sind am Ende nur noch Wunschdenken. (Symptomatisch dafür ist Goebbels' Haltung zu Italien. Während er die Italiener - einschließlich der fascistischen Parteiführung - zuvor militärisch, politisch und menschlich als völlig minderwertig dartellt, sind sie ab Juni 1941 "bewunderswürdige" Verbündete mit einer "großartigen Führungselite", von denen der "den allerbesten Eindruck" hat. Auch Goebbels zuvor ständig wiederkehrende Haßtiraden gegen seinen Intimfeind
Ribbentrop hören schlagartig auf.) *****Zwar erwähnt Goebbels in seinen Tagebüchern die Wannsee-Konferenz mit keinem Wort; vor dieser äußert er jedoch wiederholt, daß die Juden aus Deutschland zunächst "nach dem Osten abgeschoben" und nach dem Krieg eventuell nach Madagaskar gebracht werden sollten; nach der Konferenz schreibt er dagegen wiederholt, daß diese "ausgerottet" werden müßten; die Änderung in der national-sozialistischen Juden-Politik scheint ihm also nicht entgangen zu sein. Allerdings klagt er noch im Mai 1942 darüber, daß in Berlin 40.000 Juden lebten, die sich nicht ohne weiteres "abschieben" ließen. ******Da in der BRDDR alles, was es im "Dritten Reich" gab, schlecht gewesen sein muß, muß im Umkehrschluß alles, was es nicht gab, gut sein; dazu zählt offenbar auch die Sippenhaft.
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