MICHAIL GORBATSCHËW

(1931 - 200?)

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1931
2. März: Michail Sergejewitsch Gorbatschëw wird in Priwolnoje im Gebiet Stawropol (Nordkaukasus) geboren. Die Gorbatschëws sind ein altes Adelsgeschlecht, das es irgendwie geschafft hat, alle "Säuberungen" von Iwan III bis Stalin zu überleben. Die Mutter ist praktizierende orthodoxe Christin, Gorbatschëw selber ist immerhin getauft.

1946-1950
Gorbatschëw arbeitet in einer Maschinen-Traktoren-Station.

1950-1955
Gorbatschëw studiert in Moskau Rechtswissenschaften.

1952
Gorbatschëw wird in die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) aufgenommen.

1953
Gorbatschëw heiratet Raissa Maximowa Titorenko (1932-1999). Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.

1955
Gorbatschëw wird Erster Sekretär des Stadtkomitees Stawropol des Komsomol (bis 1962). Ab 1958 wird er zunächst Zweiter Sekretär, später Erster Sekretär des Regionalkomitees Stawropol des Komsomol.

1962-1971
Gorbatschëw wird Mitglied des Regionalkomitees Stawropol der KPdSU.

1963
Gorbatschëw wird Leiter der Abteilung Parteiorgane des Regionalkomitees Stawropol der KPdSU.

1966
Gorbatschëw wird Erster Sekretär der KPdSU im Stadtkomitee Stawropol.

1967
Gorbatschëw schließt sein Zweitstudium am Agrar-Institut in Stawropol/Nordkaukasus als Diplom-Agraringenieur ab. Mit verschiedenen Landwirtschafts-Experimenten, die - angeblich - zu erheblichen Ertragssteigerungen führen, erwirbt er sich den Ruf eines Agrar-Experten.

1968
Gorbatschëw wird Zweiter Sekretär der KPdSU des Regionalkomitees Stawropol.

1970
Gorbatschëw wird Erster Sekretär der KPdSU des Regionalkomitees Stawropol und zugleich Mitglied des Obersten Sowjets. In dieser Funktion ist er ab 1974 Leiter der Jugendkommission und ab 1979 der Gesetzgebungskommission.

1971
Gorbatschëw wird Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der KPdSU (bis 1991); gefördert wird er besonders von Jurij Andropow (1914-1984).

1975
Gorbatschëw besucht erstmals die BRD.

1978
Gorbatschëw wird Sekretär des ZK der KPdSU, in dieser Funktion zuständig für die Landwirtschaft.

1979
Gorbatschëw wird Kandidat des Politbüros der KPdSU.

1980
Gorbatschëw wird Vollmitglied des Politbüros der KPdSU (bis 1991). Er unternimmt Reisen nach Großbritannien und Kanada, wo er Margaret Thatcher und Pierre Trudeau trifft.

1983
Während der Erkrankung des Staats- und Parteichefs Andropow fungiert Gorbatschëw vorübergehend als dessen Vertreter.

1984
Nach Andropows Tod wird Gorbatschëw zuständig für die Oberaufsicht der Sekretariatsarbeit im ZK der KPdSU.
März: Gorbatschëw wird Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses des Obersten Sowjets.
Das Parteiorgan "Prawda" bezeichnet Gorbatschëw als "Zweiten Generalsekretär".
Dezember: Als Anhänger des Wirtschaftsreformprogramms von Andropow plädiert Gorbatschëw für "tiefgreifende Veränderungen" der sowjetischen Wirtschaft.

1985
11. März: Nach dem Tode Konstantin Tschernenkos (1911-1985) wird Gorbatschëw Generalsekretär der KPdSU. Seine ersten Erklärungen und Maßnahmen zielen auf eine verstärkte Bekämpfung von Korruption und Alkoholismus ("Trinkt Mineralwasser statt Wodka!") ab. Bereits zu diesem Zeitpunkt verspotten ihn Kritiker als "Mineralsekretär" und profezeihen ihm, daß er die Sowjet-Union in den Untergang führen werde. In Deutschland wird demonstrativ eine besonders hoch-prozentige Wodka-Marke nach ihm bekannt

[Wodka Gorbatschow]

9. Mai: Bei den Feiern zum 40. Jahrestages des Sieges über Deutschland kritisiert Gorbatschëw den "amerikanischem Imperialismus" und den "westdeutschem Revanchismus".
Oktober: Gorbatschëw plädiert für grundlegende politische und wirtschaftliche Änderungen in der SU und prägt dafür das von westlichen Medien bereitwillig aufgegriffene Schlagwort "Perestrojka [Umbau]".
November: Gorbatschëw trifft den US-Präsidenten Ronald Reagan in Genf.

1985
Gorbatschëw wird Mitglied des Präsidiums des Obersten Sowjets und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats der SU.

1986
Januar: Gorbatschëw schlägt den USA - medienwirksam, aber schwerlich ernst gemeint - den Abbau aller Atomwaffen bis zum Jahr 2000 vor.
Februar: Auf dem XXVII. Parteitag der KPdSU in Moskau kündet Gorbatschëw "radikale Reformen" an.
Mai: Nachdem der Unfall im Kernkraftwerk Tschërnobyl (26. April) bloß gelegt hat, daß die SU auf dem Gebiet der Kerntechnik gegenüber dem Westen erheblich ins Hintertreffen geraten ist, ruft Gorbatschëw zur "internationalen Zusammenarbeit" in Kernenergiefragen auf.
Juli: Gorbatschëw kündet einen Teilabzug der sowjetischen Truppen (6 Regimenter) aus Afģānistān (das die Sowjets im Dezember 1979 besetzt hatten) an.
Oktober: Gespräche zwischen Gorbatschëw und US-Präsident Reagan in Reykjavik/Island scheitern an Uneinigkeit über das amerikanische Weltraum-Abwehrsystem SDI.

1987
Februar: Gorbatschëw stellt ein Separatabkommen über einen Abbau der Mittelstreckenraketen zur Diskussion und verzichtet auf eine Verknüpfung mit dem Abbau anderer Waffensysteme, insbesondere SDI.
Dezember: Gorbatschëw und Reagan unterzeichnen in Washington die so genannte "Nulllösung" zur Beseitigung aller Mittelstreckenraketen.
Gorbatschëw veröffentlicht "Perestrojka. Die zweite russische Revolution".
Gorbatschëw wird in Delhi der "Indira-Gandhi-Friedenspreis" verliehen.
Gorbatschëw wird vom "Time Magazine" zum "Mann des Jahres" gekürt.


1988
8. Februar: Gorbatschëw kündet medienwirksam den vollständigen Abzug der Sowjet-Truppen aus Afģānistān an. Insgeheim bietet er jedoch der Islamischen Republik Iran ein Bündnis gegen die USA an, wenn diese die Unterstützung der dortigen Mujaheddin gegen die von den Sowjets installierte kommunistische Regierung einstellt.
23. März: Angesichts wiederholter Mißernten fordert Gorbatschëw die Kolchosbauern zu mehr Privatinitiative in der Landwirtschaft auf.
Mai/Juni: Auf einem "Gipfeltreffen" in Moskau tauschen Gorbatschëw und Reagan medienwirksam die Ratifizierungs-Urkunden zum INF (Intermediate Nuclear Forces)-Vertrag aus, der die Vertragsparteien zum vollständigen Abbau aller atomaren Mittelstreckenraketen verpflichtet. (In die Praxis umgesetzt wird dieser Vertrag nie.)
Juli: Auf der 44. Jahrestagung des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) in Prag lehnen die DDR und Rumänien die von Gorbatschëw geforderten Reformen ab.
1. Oktober: Nach dem Rücktritt von Staatspräsident Andrei Gromyko (1909-1989) wird Gorbatschëw zum Vorsitzenden des Obersten Sowjets und damit zum Staatsoberhaupt der Sowjetunion gewählt. Neben "Perestrojka" prägt er mit "Glasnost [Transparenz]" ein weiteres medienwirksames Schlagwort für seine Reformpläne.
Oktober: Gorbatschëw empfängt Bundeskanzler Helmut Kohl. Vereinbart wird umfangreiche deutsche Finanzhilfe für die marode sowjetische Wirtschaft sowie die Aufnahme sowjetischer Rentner ("Rußland-Deutsche") in der BRD.
7. Dezember: In einer Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York verspricht Gorbatschëw eine einseitige Abrüstung und den Abzug von sechs Panzerdivisionen aus der DDR, der CSSR und Ungarn.

1989
01. Januar: Gorbatschëw wird durch einen offenen Brief* des iranischen "Revolutionsführers" Khomeini bloßgestellt, der sein Bündnisangebot mit der Aufforderung beantwortet, zunächst dem Kommunismus abzuschwören und sich zum Islam zu bekehren.
26. März: Nach den ersten Sowjetwahlen mit Kandidatenwettbewerb scheiden 110 Spitzenfunktionäre aus dem ZK aus. Damit sind die Altkommunisten, die gegen Gorbatschëws Reformpläne waren, weitgehend entmachtet.
April: Gorbatschëw läßt einen Aufstand in Tiflis, der die Unabhängigkeit "Georgiens"** zum Ziel hat, nieder schlagen und das Militär bei der Gelegenheit auch Giftgas einsetzen.
15. Mai: Gorbatschëw reist nach Peking zum ersten Gipfeltreffen zwischen der Sowjet-Union und der VR China seit 30 Jahren. Chinesische Studenten demonstrieren für eine Nachahmung der "Perestrojka".
25. Mai: Gorbatschëw läßt sich vom eigens zu diesem Zweck geschaffenen "Kongreß der Volksdeputierten" zum Staatspräsidenten wählen.
Juni: Gorbatschëw wird bei seinem Staatsbesuch in Bonn mit unerwartet großem Jubel empfangen. Er erklärt: "Die Mauer kann wieder verschwinden, wenn die Voraussetzungen entfallen, die sie hervor gebracht haben".
7. Juli: Gorbatschëw gesteht auf der ersten Ostblock-Gipfelkonferenz in Bukarest jedem sozialistischen Staat seine eigene Entwicklung zu. Damit ist die so genannte "Breschnew-Doktrin" obsolet.
September: Gorbatschëw einigt sich mit Reagan medienwirksam auf den Abbau chemischer Waffen. (In die Praxis umgesetzt wird diese Vereinbarung nie.)
7. Oktober: Gorbatschëw nimmt in Ost-Berlin an den Feiern zum 40. Jahrestag der DDR-Gründung teil.

[Hallo - ist hier noch jemand?]

Gegen die grassierende Fluchtwelle - über die CSSR, Polen und Ungarn, also unter Umgehung der Berliner Mauer - empfiehlt Gorbatschëw seinem Genossen Honecker "Reformen". Von der Presse wird ihm dabei der Satz in den Mund gelegt (den er so nie gesagt hat): "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Diese Presseente wird in Deutschland zum geflügelten Wort.
Dezember: Gorbatschëw wird zum zweiten Mal "Mann des Jahres" des "Time Magazine" - eine Ehre, die vor ihm nur Roosevelt (1932, 1934 und 1941), Stalin (1939 und 1942) und Churchill (1940 und 1949) zuteil wurde (und nach ihm nur George W. Bush - 2000 und 2004).

1990
11.-13. Januar: Gorbatschëw reist ins Baltikum. In Wilna (Vilnius) empfangen ihn 300.000 Demonstranten mit der Forderung nach Unabhängigkeit.
10. Februar: Gorbatschëw empfängt Kohl in Moskau und versichert ihm, daß die UdSSR einer Vereinigung der BRD mit der maroden DDR nicht im Wege stehen werde. Im Gegenzug verspricht Kohl milliardenschwere Zahlungen an die SU (u.a. Einlösung der fiktiven "Transferrubel").
Februar: Gorbatschëw legt ein Reformpaket zur Erneuerung der Partei vor, das den Verzicht auf das bisherige Machtmonopol der KPdSU vorsieht. Er plädiert für die Einführung eines Präsidalsystems.
11. März: Litauen erklärt seine Unabhängigkeit. Gorbatschëw reagiert mit der Verhängung einer Wirtschaftsblockade.
14. März: Nachdem der Oberste Sowjet und der Kongreß den Reformvorschlägen vom Februar zugestimmt hat, wird Gorbatschëw der erste gewählte Staatspräsident der SU.
27. März: Gorbatschëw kündigt den "kontrollierten Übergang" zur Marktwirtschaft in der Sowjetunion an.
Mai/Juni: US-Präsident George Bush und Gorbatschëw erklären bei ihrem Gipfeltreffen, daß die Frage der Bündniszugehörigkeit eines vereinten Deutschlands von den Deutschen selbst entschieden werden muß. Sie erteilen damit dem Ansinnen des französischen Präsidenten François Mitterrand und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher, zur Verhinderung der Wiedervereinigung einen 3. Weltkrieg gegen Deutschland zu führen, eine Absage.
Juni: Verleihung des Friedenspreises der Franklin-Roosevelt-Stiftung, Washington/USA, der Martin-Luther-King-Medaille des Friedens World Colleges, Washington/USA und der Ehrendoktorwürde der Providence-University von Rhode Island/USA.
Juli: Auf dem XXVIII. Parteitag der KPdSU in Moskau kann Gorbatschëw seine Machtstellung behaupten. Das Politbüro wird vollkommen umgestaltet und die Trennung zwischen Partei- und Regierungsämtern vollzogen.
14.-16. Juli: Gorbatschëw empfängt Bundeskanzler Kohl in Moskau und informiert ihn über die Ergebnisse des inter-alliierten Gipfeltreffens vom Mai/Juni.
24. September: In der UdSSR erhält Gorbatschëw befristet bis zum 31. März 1992 Sondervollmachten, mit denen er über Fragen des Eigentums, der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der Lohn- und Preisregelung sowie der öffentlichen Ordnung alleine entscheiden kann.
Oktober: Gorbatschëw erhält in Madrid den spanischen "Prinz-von-Asturien"-Preis für Frieden und internationale Zusammenarbeit.
9. November: In Bonn unterzeichnen Kohl und Gorbatschëw einen "Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit".
17. November: Der Oberste Sowjet akzeptiert das von Gorbatschëw angestrebte Notstandsprogramm, das die Position des Präsidenten erheblich stärkt.
November: Gorbatschëw wird von der BRD die Otto-Hahn-Friedensmedaille für Frieden und Völkerfreundschaft verliehen.
10. Dezember: Gorbatschëw wird der Friedensnobelpreis verliehen. Er steht damit in einer Reihe mit zahlreichen Kriegstreibern und anderen Verbrechern, denen dieser Preis vom korrupten Osloer Komitee verliehen worden ist.
25. Dezember: Der Volkskongress der SU erweitert Gorbatschëws Befugnisse; u.a. wird das Kabinett direkt dem Präsidenten unterstellt.

1991
13. Januar: Gorbatschëw inszeniert sowjetische Putschversuche in Lettland und Litauen. Als sie scheitern, läßt er sowjetische Panzer in Wilna einrücken; bei den Kämpfen kommen zahlreiche litauische Zivilisten um.
Februar: Gorbatschëw verkündet die Auflösung des Warschauer Paktes.
17. März: Gorbatschëw erklärt, daß es allen Republiken frei stehe, die Sowjet-Union zu verlassen, sofern sich dies verfassungsgemäß vollziehe.
Juli: Gorbatschëew nimmt als Gast am Weltwirtschaftsgipfel in London teil.
31. Juli: US-Präsident Bush und Gorbatschëw unterzeichnen in Moskau den START-Vertrag (Strategic Arms Reduction Talks) zum Abbau der strategischen Atomwaffen.
19. August: In Moskau versuchen Teile des Militärs und des KGB die Macht zu ergreifen. Der Präsident der Russischen Föderation, Boris Jelzin, ruft die Bevölkerung zum Widerstand auf.
21. August: Der Putsch scheitert; Gerüchte, daß hinter demselben Gorbatschëw selber gesteckt haben könnte, wollen nicht verstummen - lediglich in der BRD, wo "Gorbi" zum Liebling der Nation aufgestiegen ist, würde ihre bloße Erwähnung an den Straftatbestand "Leugnen des Holocaust" grenzen.
24. August: Gorbatschëw tritt als Generalsekretär der KPdSU zurück.
29. August: Der Oberste Sowjet hebt die Gorbatschëw als Staatspräsident eingeräumten Sondervollmachten wieder auf und erkennt die Unabhängigkeit der baltischen Staaten an.
5. September: Gorbatschëw wird zum Vorsitzenden des Staatsrates der UdSSR ernannt.
18. Oktober: Gorbatschëw und Vertreter von acht der zwölf Sowjetrepubliken unterzeichnen in Moskau einen Vertrag zur Bildung eines einheitlichen Wirtschaftsraumes.
17. Dezember: Der russische Präsident Jelzin und Gorbatschëw als sowjetischer Präsident vereinbaren die Auflösung der UdSSR zum 21. Dezember 1991.
25. Dezember: Nach Auflösung der UdSSR und Gründung der "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS)" erklärt Gorbatschëw seinen Rücktritt und übergibt Jelzin das Kommando über die strategischen Atomwaffen. Die EG und die USA erkennen Rußland als Rechtsnachfolger der UdSSR an.
Gorbatschëw veröffentlicht "Der Staatsstreich".

1992
1. Januar: Gorbatschëw wird Frühstücks-Direktor ("Präsident") der eigens für ihn gegründeten "Stiftung für Politik, Wirtschaft und Sozialforschung". Als solcher läßt er Kolumnen in diversen Zeitungen und Zeitschriften unter seinem Namen veröffentlichten, u.a. "Komsomolskaja Prawda", "New York Times", "Stampa" und "Die Bunte". Die Stadt Berlin verleiht ihm die Ehrenbürgerwürde.
Gorbatschëw veröffentlicht "Der Zerfall der Sowjetunion", eine Sammlung von Reden, Interviews und Reminiszenzen.
Als Gorbatschëw sich weigert, in einem Prozeß um die Rechtmäßigkeit des KPdSU-Verbotes als Zeuge auszusagen, wird sein Diplomatenpass gesperrt und die Stiftung für Politik, Wirtschaft und Sozialforschung polizeilich geschlossen.
Gorbatschëw wird der Albert-Schweitzer-Preis der Vereinten Nation verliehen

1995
Gorbatschëw veröffentlicht seine "Erinnerungen".

1996
16. Juni: Bei den Präsidentschaftswahlen siegt Amtsinhaber Jeltsin. Gorbatschëw erhält weniger als 0,5 % der abgegebenen Stimmen. In Rußland - wo man nicht wahr haben will, daß er mit der SU und dem COMECON lediglich zwei bankrotte Fehlkonstruktionen liquidiert und dafür von der BRD noch das Maximum an erreichbarer Gegenleistung heraus geholt hat - gilt er als der größte Verbrecher und Versager der Geschichte, während Stalin allmählich wieder zum Nationalhelden aufsteigt.

1997
Juni: Der "Club of Rome" verleiht Gorbatschëw den "Preis für planetarisches Bewußtsein".


September: Gorbatschëw wird in Paris zum Kommandeur des "Ordre des Arts es des Lettres" ernannt.
Dezember: Gorbatschëw macht zusammen mit seiner zehnjährigen Enkelin Anastasija Reklame für eine amerikanische Pizzakette, die auf dem russischen Markt Fuß fassen will, während jenseits des Atlantiks ein gewisser "Ronald McDonald" Reklame für Hackfleisch-Bouletten ("Hamburger") macht.



1999
März: Gorbatschëw kritisiert die Aufnahme Polens, Ungarns und der Tschechei in die NATO.
Mai: Gorbatschëw kritisiert die NATO-Angriffe auf Jugoslawien.
20. September: Raissa Gorbatschëwa stirbt in Münster an Blutkrebs.
November: Gorbatschëw wird Frühstücks-Direktor ("Präsident") der eigens für ihn gegründeten "Internationalen Akademie für Nachhaltige Entwicklungen und Technologien" in Karlsruhe.
Die Regierung der BRDDR verleiht ihm die "Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland".


Er steht damit in einer Reihe mit so renommierten Staatsmännern wie Getúlio Vargas, Juan Perón, Haile Selassie, José María Velasco Ibarra, Hector Trujillo, Fulgencio Batista, Nicolae Ceauşescu und Tito.
Gorbatschëws Schrift "Wie es war. Die deutsche Wiedervereinigung" wird in deutscher Übersetzung veröffentlicht.
Gorbatschëw wird vom "Time Magazine" zum "Mann des Jahrzehnts" gekürt. (Boshafte Kommentatoren fügen dem "decade" ein "nce" an :-)


2000
11. März: Gorbatschëw gründet in Moskau die "Vereinigte Russische Sozial-Demokratische Partei" und läßt sich zum Vorsitzenden wählen. (Nennenswerte Wahlerfolge erzielt die Partei nie.)
Gorbatschëw wird "Präsident" der - aus Geldern des zwielichtigen Hedge-Fonds "Quadriga" [später "Superfund"] des jüdischen Spekulanten Christian Baha gespeisten - "World Awards". Zu den Preisträgern zählen so renommierte Persönlichkeiten wie Simon Wiesenthal, Hans-Dietrich Genscher, Steven Spielberg, Günther Jauch, Michael Jackson, Thomas Gottschalk und Larry King. [Der Verein wird nach vier Jahren in "Women's World Award" umbenannt und von da an nur noch an Frauen vergeben.]

2002
Gorbatschëw veröffentlicht "Über mein Land", eine Geschichte der Sowjetunion von der Oktober-Revolution bis zu ihrem Zerfall.

2003
17. Juli: Gorbatschëw wird der Umweltpreis der "Stiftung Euronatur" verliehen.

2008
14. Juni: Gorbatschëw wird in Köln der "Orden für Zivilcourage und Charakter" der "Bürgergesellschaft Thielenbruch" verliehen.
18. September: Gorbatschëw erhält in Philadelphia von US-Präsident Bush die "Liberty Medal [Freiheits-Medaille]".***
14. November: Gorbatschëw wird für seine Verdienste um das Judentum die Martin-Buber-Plakette verliehen.
Damit fehlen ihm in seiner Sammlung nur noch der "Orden wider den tierischen Ernst", die "Goldene Ananas" und der "Arsch mit Ohren".


09. Dezember: Gorbatschëw trifft sich in Paris mit dem Erdnußfarmer Jimmy Carter und einigen anderen abgehalfterten Politbonzen a.D. renommierten Ex-Politikern, um einen Verein gegen Atombomben zu gründen. Bei den Atommächten ruft das nicht mal ein müdes ArschrunzelnLächeln hervor.


*Der Brief ist im Iran und in anderen islamischen Staaten offen; in den westlichen Medien wird er bis heute tot geschwiegen, insbesondere in denen der BRDDR, um zu verhindern, daß der "liebe Gorbi" als ebenso skrupel- wie erfolgloser Machtpolitiker diskreditiert wird.

**Tatsächlich steckt dahinter der Versuch der Sakartweler, hinter der Fassade eines dem Westen als "Georgien" verkauften Staatsgebildes - das sie selber "Sakartwelo" nennen - ein Vielvölkergefängnis zu errichten, in dem sie alle ihre Nachbarn unterdrücken und ausbeuten können.

***Die Harold Review veröffentlich dazu folgenden Kommentar [Übersetzung aus dem Englischen von Dikigoros]: "(...) G. wurde in der SU an die Macht gehievt von seinem blutrünstigen Vorgänger Andropow, dem früheren Chef des KGB. Er führte die Besetzung von und den Völkermord gegen Afghanistan an. Er befahl den mörderischen Angriff der Sowjet-Truppen auf unbewaffnete Zivilisten in Wilna, dem litauischen Gegenstück zum Tiananmen-Massaker. Wenn die wahre Geschichte unserer Zeit geschrieben wird, dann wird G. den ihm gebührenden Platz in der Schurken-Gallerie der Mörder, Tyrannen und Banditen einnehmen. Und diejenigen, die ihn geehrt haben, werden mit Recht als Verräter der Freiheit gebrandmarkt werden."


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