Helmut Schmidt

(1918 - 200x)

[Helmut Schmidt - Gemälde]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1918
23. Dezember: Helmut Heinrich Waldemar Schmidt wird in Hamburg-Barmbek als Sohn eines Lehrers geboren.
[Später behauptet er, daß sein Vater der uneheliche Sohn eines unbekannten Juden gewesen sei.]


1928-37
Schmidt besucht die Lichtwark-Schule (heute Heinrich-Hertz-Gesamtschule) in Hamburg.

1937
Nach dem Abitur absolviert Schmidt zunächst den Arbeitsdienst, dann den Wehrdienst.

1939
3. September: Großbritannien und Frankreich nehmen den Polenfeldzug zum Anlaß, dem Deutschen Reich den Krieg zu erklären (nicht aber der Sowjetunion, als auch die Rote Armee infolge des "Hitler-Stalin-Pakts" in Polen einmarschiert), der sich später zum Zweiten Weltkrieg ausweitet.
Die britische RAF beginnt sofort mit Luftangriffen auf Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven.
Schmidt wird zunächst bei der Bremer Luftabwehr eingesetzt.

1940
Schmidt wird zum Leutnant der Reserve befördert.


1941
Nach Beginn des Rußlandfeldzugs wird Schmidt an der Ostfront eingesetzt.

1942
Schmidt heiratet seine ehemalige Mitschülerin Hannelore ("Loki"), geb. Glaser. Aus der Ehe gehen acht Kinder hervor, von denen sechs gleich bei der Geburt sterben; ein weiteres stirbt vor Vollendung des ersten Lebensjahres; lediglich eine - schwer geistesgestörte - Tochter überlebt.
[Offiziell behaupten die Schmidts, "keine Kinder" zu haben; daran halten sie zunächst auch nach dem Ende des "Dritten Reichs" fest, als sie nicht mehr Gefahr laufen, als "erbkrank" diskriminiert zu werden. Später wird die Legende der Kinderlosigkeit ersetzt durch die Legende, die Kinder seien an seltenen, damals noch unbekannten Krankheiten gestorben. Schmidt wird sich mit seinen Sekretärinnen trösten, Loki mit ihren Blumen.]


Schmidt wird Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium in Berlin und in Bernau.

1944
Dezember: Schmidt wird zum Oberleutnant befördert und als Batteriechef an der Westfront eingesetzt.

1945
April: Schmidt gerät in britische Kriegsgefangenenschaft (bis August).
Oktober: Schmidt nimmt ein Studium der Volkswirtschaft und der Staatswissenschaften an der Universität Hamburg auf; zu seinen Professoren zählt der spätere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller.

1946
März: Schmidt tritt der SPD bei, der neben der KPD einzigen Partei, die von den britischen Besatzern Hamburgs wieder zugelassen wird.

1947
Schmidt wird Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) (bis 1948).
[Plakat des SDS mit Marx, Engels und Lenin]
1949
Nach Abschluß seines Studiums (mit einer Diplomarbeit über die Währungsreform in Japan und Deutschland im Vergleich - ein aktuelles Thema, das noch kein Jahr zurück liegt) wird Schmidt zunächst Referent, dann Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung in der Behörde für Wirtschaft und Verkehr in Hamburg unter Senator Karl Schiller.

1952
Schmidt wird zum Verkehrsdezernenten befördert.

1953
Schmidt wird erstmals Mitglied des Deutschen Bundestags.

1957
Schmidt wird Mitglied des Fraktionsvorstands der SPD.
Seine Reden im Bundestag tragen ihm den Spitznamen "Schmidt Schnauze" ein. Er schießt sich besonders auf den Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß ein.

1958
Schmidt wird Mitglied des SPD-Bundesvorstands.
Im Rahmen der Kontroverse um die Atombewaffnung und der Anti-Atomtod-Kampagne der SPD tritt er gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr ein.
Oktober: Schmidt wird nach einer Wehrübung in der Flugabwehrschule Rendsburg zum Hauptmann der Reserve befördert. Er wird daraufhin aus dem SPD-Fraktionsvorstand abgewählt.

1961
Schmidt veröffentlicht das militärstrategische Buch "Verteidigung oder Vergeltung".
Schmidt übernimmt das neugeschaffene Amt des Hamburger Innensenators und legt kurz darauf sein Bundestagsmandat nieder.

1962
Februar: Bei der Hochwasserkatastrophe in Hamburg versteht es Schmidt - der als Innensenator für die Rettungsarbeiten und Hilfsmaßnahmen verantwortlich ist - geschickt, sich als großer Retter und Krisenmanager in den Vordergrund zu spielen.


1964
Schmidt wird in das Wahlkampfteam des SPD-Kanzlerkandidaten Willy Brandt aufgenommen.


1965
Oktober: Bei den Bundestagswahlen scheitert Brandt; aber Schmidt wird wieder in den Bundestag gewählt.

1967
Schmidt wird Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion (bis 1969).


1968
Schmidt wird stellvertretender Vorsitzender der SPD (bis 1983).

1969
Schmidt veröffentlicht das militärpolitische Buch "Strategie des Gleichgewichts".
Oktober: Schmidt wird Bundesverteidigungsminister im ersten sozial-liberalen Kabinett unter Bundeskanzler Brandt.

1972
Juli: Schmidt wird als Nachfolger Karl Schillers Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen (bis November).
Dezember: Schmidt ist nur noch Bundesfinanzminister, nachdem die beiden Ministerien wieder getrennt worden sind.

1973
Schmidt tut alles, um sich in der Öffentlichkeit auch außerhalb der Politik als "toller Hecht" zu profilieren. So veranstaltet er Klavierkonzerte, bei denen er hinter einem Flügel sitzt und so tut, als ob er mitspiele, während ihm gegenüber ein echter Pianist hinter einem anderen Flügel sitzt, der tatsächlich spielt. Um als großer Seemann zu gelten, läßt Schmidt gestellte Aufnahmen von sich auf einem Segelboot veröffentlichen und läuft mit einer so genannten "Prinz-Heinrich-Mütze" herum (nach einem Sohn von Kaiser Wilhelm II benannt, der sich auch gerne als großer Seemann aufspielte).


Um auch als großer Schachspieler zu gelten, läßt Schmidt in Bonn ein Simultanturnier mit dem Internationalen Schachmeister M. Gerusel ausrichten, an dem er selber teilnimmt. Bereits nach wenigen Zügen hat er sich bei dem anfängerhaften Versuch, den Mehrbauern beim Angenommenen Damengambit zu verteidigen, in eine hoffnungslose Verluststellung manövriert. Sein Gegner schenkt ihm jedoch ein Remis, da er als junger Beamter des BMF noch Karriere machen will. So kann man am folgenden Tag in der Presse von einem "achtunggebietenden Unentschieden" lesen, das Schmidt dem Meister "abgerungen" habe.*
Schmidt veröffentlicht das Buch "Auf dem Fundament des Godesberger Programms" (nicht, wie auf gewissen halbamtlichen Internetseiten zu lesen, "Auf dem Fundamt" :-).


1974
16. Mai: Nach dem durch die Guilleaume-Affäre erzwungenen Rücktritt Brandts wird Schmidt Bundeskanzler.
Auf seine Kanzlerschaft fallen von Anfang an die Schatten der Rezession und der Weltwirtschaftskrise. In seiner Regierungserklärung spielt er gleichwohl die schleichende Inflation und die zunehmende Arbeitslosigkeit herunter ("Inflation ist erst, wenn eine Packung Zigaretten 5.- DM kostet" - was ihn als Kettenraucher besonders träfe).


Wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise setzt Schmidt den bereits 1973 beschlossenen "Anwerbestop" für ausländische Gastarbeiter um, eine Fehlentscheidung, deren langfristige Folgen katastrofal sind: Statt arbeitender Ausländer, die sich an ihrer Arbeitsstätte integrieren, zum deutschen Bruttosozialprodukt beitragen und in die Rentenkasse einzahlen, dürfen nun nur noch "Asylbewerber" ins Land kommen, die bald zu einer schweren finanziellen und sozialen Belastung werden. Bereits in der BRD lebende Gastarbeiter dürfen zwar im Rahmen des "Familiennachzugs" Frauen aus Anatolien o.ä. ins Land holen; da diese jedoch nicht arbeiten dürfen und kein Deutsch lernen, wird die nächste Generation der in der BRD geborenen Ausländer zu einer tickenden Zeitbombe.


Schmidt entwickelt eine enge Männerfreundschaft mit dem korrupten französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing ("Diamanten-Vally"), zu dessen Intimfreunden auch Jean Bedel Bokassa, der Oberhäuptling von Ubangi-Schari, zählt, der sich drei Jahre später zum "Kaiser des Zentralafrikanischen Imperiums" ernennt. Da Schmidt kein Wort Französisch und Giscard kein Wort Deutsch spricht, unterhalten sich die beiden unter Ausschaltung ihrer Dolmetscher auf LübkeGiscard-Englisch.


Oktober: Schmidt besucht in Moskau den sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew.
Dezember: Schmidt besucht in Washington den US-Präsidenten Gerald Ford - demonstrativ erst nach seinem Staatsbesuch in der UdSSR.

1975
1. August: Auf der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in Helsinki trifft Schmidt erstmals mit Erich Honecker zusammen. Die beiden werden gute Freunde.


Oktober: Schmidt besucht Rotchina und kriecht dem kommunistischen Staats- und Parteichef Mao Tse-tung tief in den A... (Wie andere kurzsichtige Politiker, die von China keine Ahnung haben, unterliegt auch Schmidt dem Irrtum, daß dort ein großer "Markt" mit großartigen "Exportchancen" für die kränkelnde deutsche Wirtschaft warte. Tatsächlich wird Rotchina zum Milliardengrab für deutsche - und andere - Investoren.)
Die britische Zeitung "Financial Times" kürt Schmidt zum "Mann des Jahres"; das amerikanische Nachrichten-Magazin TIME glaubt noch an "Pride and Prosperity [Stolz und Wohlstand]" in Deutschland.

[West Germany - Pride and Prosperity]

1976
Mai: Schmidt besucht Saudi-Arabien.

[Der bessere Mann.... Wahlplakat der SPD von 1976]

15. Dezember: Nach dem Wahlsieg der sozial-liberalen Koalition bei den Bundestagswahlen wird Schmidt erneut Bundeskanzler.


Schmidt veröffentlicht "Kontinuität und Konzentration" und "Als Christ in der politischen Entscheidung".

1977
Juli: Schmidt besucht in Washington den gelernten Erdnußfarmer und neuen US-Präsidenten James ('Jimmy') Carter ("Peanuts"). Entgegen der vorgetäuschten Herzlichkeit hassen die beiden einander von ganzem Herzen und halten sich wechselseitig für "Vollidioten".


Der anschließende "Weltwirtschaftsgipfel" in London bleibt ergebnislos.
Herbst: Die Welle terroristischer Aktionen in der BRD erreicht ihren Höhepunkt.
5. September: Hanns-Martin Schleyer, der Präsident des Arbeitgeberverbands, wird von Angehörigen der "Rote Armee Fraktion (RAF)", einer Nachfolgeorganisation der "Baader-Meinhof-Bande" (vormals "Baader-Meinhof-Gruppe"), entführt.
13. Oktober: Angehörige der RAF entführen eine Lufthansa-Maschine nach Mogadiscio (Somalia) und nehmen die Passagiere als Geiseln.


18. Oktober: Schmidt läßt, nachdem er die Zustimmung der somalischen Regierung mit Zusagen milliardenschwerer Entwicklungshilfe erkauft hat, die Maschine von der "GSG 9", einer Sondereinheit des Bundesgrenzschutzes, stürmen und die Geiseln befreien.


Anschließend werden führende Mitglieder der RAF, die im Hochsicherheits-Gefängnis Stuttgart-Stammheim einsitzen und durch die Flugzeug-Entführung freigepreßt werden sollten, getötet. Nach offizieller Darstellung handelt es sich um einen gleichzeitigen Massenselbstmord; vor allem im Ausland ist man jedoch überzeugt, daß Schmidt die Terroristen mangels Todesstrafe im StGB heimlich hat "hinrichten" lassen, um künftigen Entführungen zu ihrer Freipressung zuvor zu kommen; seine harte Haltung stößt überwiegend auf Zustimmung. Die RAF reagiert einen Tag später mit der "Hinrichtung" Schleyers. Schmidt übernimmt vor dem Bundestag die politische Verantwortung für Schleyers Tod.
November: Schmidt wird der Theodor-Heuss-Preis verliehen.
31. Dezember: Schmidt feiert Silvester auf Einladung des ägyptischen Staatspräsidenten Sadat bei einer Dampferfahrt auf dem Nil. (Schmidt versteht es stets, auf Kosten der Steuerzahler Urlaub zu machen. Sein bevorzugtes Reiseziel ist die Karibik. So arrangiert er u.a. auf den Bahamas, auf Guadeloupe und auf Jamaica kurztägige "Staatskonferenzen", die 'zig Millionen kosten, um dort anschließend privat zu urlauben und ein paar tausend Mark aus eigener Tasche für Flug und Hotel zu sparen.)


1978
Mai: Während seines Besuches in Bonn ist Leonid Breschnew Gast im Hause Schmidt in Hamburg-Langenhorn. Deutsche Kredite tragen maßgeblich zur Aufrechterhaltung des maroden Sowjet-Regimes bei.
Juni: Als erster deutscher Kanzler reist Schmidt auf Staatsbesuch nach Schwarzafrika. Er hat sich dafür Nigeria und Sambia ausgesucht, zwei Länder, die weniger als zwei Jahrzehnte nach der Machtübernahme durch korrupte schwarze Stammeshäuptlinge trotz reicher Bodenschätze nur noch durch westliche Entwicklungshilfe - deren Löwenanteil die BRD trägt - am Leben erhalten werden können. Die Versorgungslage ist so katastrofal, daß Schmidt für sich und seinen Troß 5 Tonnen Lebensmittel (einschließlich Kaffee, Bier u.a. Alkoholika, aber auch Trinkwasser und Eis für Drinks) einfliegen lassen muß. Wider besseres Wissen läßt er sich für die Hetze gegen den "Apartheidsstaat" Südafrika einspannen, dem einzigen Staat des Kontinents, dem es Dank der weißen Alleinherrschaft (noch) besser geht als dem Rest.
Juli: Schmidt empfängt die Regierungschefs der später "G 8" genannten Staaten in Bonn zu einem neuerlichen "Weltwirtschaftsgipfel", der wie alle anderen vor und nach ihm endet: Außer Spesen nichts gewesen.

[Weltwirtschaftsgipfel 1978 in Bonn am Rhein]
Helmut Schmidt zwischen dem Diamantenfreund Giscard d'Estaing und dem Erdnußfarmer
Jimmy "Peanuts" Carter. Links neben Carter der italienische Mafiaboss G. Andreotti.

Oktober: Schmidt besucht Singapur und Japan. Die Stimmung wird belastet durch seinen Neid auf das fernöstliche Wirtschaftswunder, das beiden Staaten einen rasanten Aufstieg ermöglicht hat. Schmidt besucht u.a. den "Daibutsu [großen Buddh]" in Kamákura.


1979
Januar: Schmidt trifft auf Guadeloupe den US-Präsidenten Carter, dem französischen Staatspräsidenten Giscard d'Estaing und den britischen Premierminister James Callaghan. Auf diesem "Vierer-Gipfel" wird der so genannte NATO-Doppelbeschluß gefaßt, der im Dezember gegen erheblichen Widerstand insbesondere in der SPD offizielles NATO-Konzept wird.
Mai: Schmidt besucht die neue britische Premierministerin Margaret Thatcher.



1980
Februar: Schmidt und Giscard d'Estaing fordern in einem gemeinsamen Communiqué den Rückzug der Weihnachten 1979 in Afģānistān einmarschierten sowjetischen Truppen.
März: Schmidt besucht in Washington erneut seinen Intimfeind Carter.
Juni/Juli: Schmidt besucht in Moskau die Sowjetführung.
Juli: Schmidt erhält in Amsterdam vom Jüdischen Weltkongreß die Goldman-Medaille.
Oktober/November: Nach dem neuerlichen Sieg bei den Bundestagswahlen bleibt Schmidt Bundeskanzler einer "kleinen Koalition" mit dem FDP-Politiker Genscher als Vize.

1981
Mai: Schmidt verknüpft sein politisches Schicksal mit der Zustimmung der SPD zum NATO-Doppelbeschluß. Durch eine Rücktrittsdrohung vor Funktionären in Recklinghausen erzwingt er die Unterstützung der SPD.
Oktober: Schmidt wird nach schweren Herzrhythmus-Störungen ein Herzschrittmacher eingesetzt. Seinen Alkohol-, Koffeïn- und Nikotinkonsum schränkt er gleichwohl nicht ein.
November: Breschnew besucht erneut die BRD. Die UdSSR steht vor der Pleite und kann sich den kostspieligen Rüstungswettlauf nicht länger leisten; Breschnew drängt daher auf Abrüstung, insbesondere der Mittelstreckenraketen in Europa.
Dezember: Schmidt reist zum dritten innerdeutschen Gipfel in die DDR. Er trifft seinen alten Freund Erich Honecker am Werbellinsee und in Güstrow.

[Helmut Schmidt und sein Freund Erich Honecker im Dezember 1981 am Werbellinsee]

1982
Januar: Schmidt reist zu Gesprächen mit US-Präsident Reagan über die Lage in Polen in die USA.
5. Februar: Schmidt stellt im Bundestag die Vertrauensfrage, die mit einem einstimmigen Votum der Koalition für Schmidt beantwortet wird.
17. September: Die vier F.D.P.-Minister (Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl) treten zurück. Schmidt bildet ein SPD-Minderheitskabinett und schlägt vorgezogene Neuwahlen vor.
1. Oktober: Da die F.D.P. keine Neuwahlen riskieren will, stürzt sie Schmidt mit einem konstruktiven Mißtrauensvotum. Wiewohl ein gewisses linkes Nachrichtenmagazin durch die Nachäffung einer Karikatur auf Bismarcks Sturz ("Der Lotse geht von Bord") den Anschein zu erwecken sucht, daß damit ein "großer Steuermann" [Schmidt war stets ein großer Freund und Bewunderer der Volksrepublik China und ihres "großen Steuermanns" Mao Tse-tung] von Bord gegangen sei, ist doch offensichtlich, daß er seinem Nachfolger ein weitgehend zerrüttetes Staatswesen hinterläßt.


Neuer Bundeskanzler wird der CDU-Politiker Helmut Kohl.

1983
Mai: Schmidt wird Geschäftsführer der Hamburger Wochenzeitung "DIE ZEIT".
Dezember: Schmidt wird Ehrenbürger der Stadt Hamburg.
Schmidt gründet - zusammen mit dem Japaner Takeo Fukuda - den "InterAction Council", einen Verein ehemaliger Staats- und Regierungschefs.

1985
Schmidt wird Mitherausgeber der "ZEIT".

1986
10. September: Schmidt hält seine Abschiedsrede im Deutschen Bundestag.
Dezember: Schmidt gründet zusammen mit Giscard d'Estaing einen "Ausschuß für die Europäische Währungsunion", der die verhängnisvollen Bestrebungen zur Errichtung einer Europäischen Zentralbank unterstützt.


Schmidt veröffentlicht das Buch "Eine Strategie für den Westen".

1987
Schmidt veröffentlicht "Menschen und Mächte".

1989
Schmidt wird Ehrenbürger der Stadt Berlin.

1990
Schmidt veröffentlicht "Die Deutschen und ihre Nachbarn". Über das aktuelle Verhalten dieser lieben Nachbarn, insbesondere Frankreichs, Großbritanniens und Polens, die anläßlich der deutschen "Wiedervereinigung" - deren Folgen für Deutschland sie völlig falsch einschätzen - am liebsten einen Dritten Weltkrieg begonnen hätten (verhindern tut dies lediglich die fehlende Bereitschaft der USA und der UdSSR, einen solchen zu unterstützen, sowie die Bereitschaft der Regierung Kohl, mit dem Vertrag von Maastricht ein "Versailles mit anderen Mitteln" zu akzeptieren, das Deutschlands dauerhafte Ausbeutung und Niederhaltung durch seine "Nachbarn" im Rahmen der EU festsetzt), schreibt Schmidt nichts.

1992
Schmidt veröffentlicht "Kindheit und Jugend unter Hitler" - eine Konzession an den Zeitgeist.

1996
Schmidt veröffentlicht "Weggefährten".

1998
Schmidt veröffentlicht "Auf der Suche nach einer öffentlichen Moral".
Dezember: Heide Simonis (SPD) schenkt Schmidt zum 80. Geburtstag die "Ehrenbürgerwürde" des Landes Schleswig-Holstein - die es eigentlich gar nicht gibt, da man nur Ehrenbürger einer Stadt, nicht aber eines Bundeslandes sein kann. Mit ihrer Annahme beweist Schmidt ein besonders hohes Maß an "öffentlicher Moral".

2000
Schmidt veröffentlicht "Die Mächte der Zukunft", ein Buch, dessen Inhalt Jimmy Carter im Nachhinein bestätigt: Schmidt hatte und hat offenbar von den politischen Vorgängen in der Welt keine blasse Ahnung. Quintessenz seines Werkes ist, daß der Westen vor allem mit den Rotchinesen und den Muslimen gut Freund sein müsse.


2001
11. September: Nach dem Kamikaze-Angriff muslimischer Terroristen auf das World Trade Center in New York City und das Pentagon in Washington D.C. sind Schmidt und sein jüngstes Werk nur noch peinlich.


2003
Das gleiche gilt für Schmidts Äußerungen über Inflation: Nach der Währungsreform kostet die Packung Zigaretten durchweg mehr als 5.- Euro (ca. 10.- DM). Zum Glück verfügt Schmidt über ausreichende Einkünfte, um weiterhin Kettenraucher bleiben zu können.


2004
November: Schmidt bezeichnet es in einem Interview als "schweren Fehler", in den 60er Jahren nicht-integrationsfähige Gastarbeiter aus fremden Kulturen nach Deutschland geholt zu haben. Daß er selber die Hauptschuld an deren Nicht-Integration trug, verschweigt er geflissentlich.

2008
Januar: In den meisten Bundesländern, u.a. in Hamburg, treten Rauchverbote in Kraft. Für Schmidt - der öffentlich behauptet, seine Ärzte hätten ihm untersagt, mit dem Rauchen aufzuhören, da dies seiner Gesundheit schaden würde - und seine Ehefrau gelten diese jedoch nicht.
Schmidt äußert sich kritisch zur Zukunft der SPD, die in der Wählergunst von ca. 40% (die sie zu seinen besten Zeiten hatte) auf ca. 20% abgesunken ist; auch die Mitgliederzahlen sind von ca. 1 Million zu Schmidts Zeiten auf ca. 500.000 gesunken und liegen erstmal unter denen der CDU. (Dies liegt u.a. an der Abspaltung der USPD"Linken", die sich der SED-Nachfolgepartei PDS angeschlossen haben.)

[Steinmeier: 'Siehst du ein Licht am Ende des Tunnels?' Beck: 'Zwei sogar!' Wenige Wochen nach Erscheinen dieser Karikatur wurde Beck von Steinmeier zum Rücktritt vom Parteivorsitz gezwungen]

20. Juli: Am Jahrestag des verpfuschten Attentats auf Reichskanzler Adolf Hitler - den die BRDDR-Politiker bewußt zur öffentlichen Vereidigung ihrer jungen Soldaten ausgewählt haben - hält Schmidt am Brandenburger Tor in Berlin eine Rede vor Bundeswehr-Rekruten - die ihren Eid ebenso wenig freiwillig leisten wie einst die Wehrmachts-Rekruten -, in der er betont, daß es die Aufgabe pflichtbewußter Militärs sei, unfähige und/oder verbrecherische Kanzler zu beseitigen. [Man kann nur hoffen, daß diese Worte auf fruchtbaren Boden fallen, Anm. Dikigoros]
14. September: Schmidt würdigt Hitler als "charismatischen Redner", der u.a. dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine als Vorbild gedient habe.
November: Der Siedler-Verlag veröffentlicht das Buch "Ausser Dienst", in dem Schmidt einmal mehr seine abstrusen politischen Betrachtungen breit tritt.


*32 Jahre später versucht Schmidts Partei-Genosse und Möchtegern-Epigone Peer Steinbrück, es ihm wenigstens am Schachbrett gleich zu tun. Er empfängt in der Bonner Bundeskunsthalle den amtierenden Weltmeister Wladímir Kramnik zu einem Duell. Da letzterer jedoch kein deutscher Beamter ist, der Rücksicht auf seine Karriere nehmen müßte, bringt er Steinbrück (und seinem "Berater", dem ungarischen Altmeister Hort :-) eine klare Niederlage bei. Allerdings behält er den Ausflug in so angenehmer Erinnerung, daß er drei Jahre später einer Titelverteidigung gegen den Inder Ānad am selben Ort zustimmt.


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