HEINRICH HIMMLER

(7.10.1900 - 23.5.1945)

[Heinrich Himmler]
[Unterschrift]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1900
7. Oktober: Heinrich Himmler wird als Sohn des Oberstudiendirektors Gebhard Himmler und dessen Ehefrau Anna, geb. Heyder, in München geboren. Den Vornamen erhält er von seinem Taufpaten, Prinz Heinrich von Bayern, der von Gebhard Himmler erzogen worden war. In dem bürgerlichen Elternhaus herrschen strenge katholische Religiosität und national-konservative Einstellung vor.

1917
Nach dem Notabitur bewirbt Himmler sich im Ersten Weltkrieg als Offiziers-Anwärter für die Marine, wird jedoch als Brillenträger abgelehnt. Er tritt daraufhin als Fahnenjunker in ein bayerisches Infanterie-Regiment ein. Er bleibt jedoch als Offiziers-Anwärter in der Ausbildung und wird nicht mehr an der Front eingesetzt.

1918
Bei Kriegsende muß Himmler seine Offiziers-Ausbildung abbrechen.

1919
April: Mit dem Freikorps Lauterbach kommt Himmler nach München, um im Auftrag der Reichsregierung gegen die kommunistische Räterepublik unter dem jüdischen Revolutionär Kurt Eisner zu kämpfen. Seine Bewerbung um Eintritt in die Reichswehr wird aus gesundheitlichen Gründen (Folgen einer Typhus-Erkrankung) abgelehnt.
Oktober: Nach einem kurzen landwirtschaftlichen Praktikum studiert Himmler an der Technischen Universität München Landwirtschaft. Er tritt der schlagenden Studentenverbindung "Apollo" und zahlreichen Vereinen bei, darunter auch der "Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde".

1922
Januar: Bei einem studentischen Schützenfest lernt Himmler Ernst Röhm kennen, dessen para-militärischer "Reichskriegsflagge" er beitritt.


Nach bestandenem Examen als Dipl.-Landwirt wird Himmler Assistent bei der Stickstoff-Land GmbH in Schleißheim bei München.

1923
Sommer: Himmler wird Mitglied bei den "Artamanen", einer bündischen Organisation der Völkischen und der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP).
9. November: Himmler nimmt als Fahnenträger am Marsch auf die Feldherrnhalle teil. Da er keinen Urlaub genommen hat, sondern unentschuldigt der Arbeit fern geblieben ist, wird er von der Stickstoff-Land GmbH fristlos entlassen.

1924
Während der Zeit, in der die NSDAP verboten ist, engagiert sich Himmler unter der Obhut von Erich Ludendorff in der "NS-Freiheitsbewegung" und im Wahlkampf für seinen Freund Gregor Strasser.

1925
In der wiedergegründeten NSDAP wird Himmler Sekretär Strassers und stellvertretender Gauleiter von Niederbayern-Oberpfalz.

1926
Himmler wird stellvertretender Gauleiter der NSDAP für Oberbayern und Schwaben und stellvertretender Reichspropagandaleiter der NSDAP (bis 1930).

1927
Himmler wird stellvertretender Reichsführer der Schutzstaffel (SS), damals eine Saalschutztruppe von 167 Mann. Er freundet sich mit Alfred Rosenberg und Walther Darré an, deren "Blut- und Boden"-Ideologie er sich zu eigen macht.
In Bad Reichenhall lernt Himmler Margarete Boden (1893-1965) kennen, Tochter eines westpreußischen Gutsbesitzers, gelernte Krankenschwester und Betreiberin einer Klinik für Naturheilkunde in Berlin.

1928
3. Juli: Himmler heiratet Marga Boden und eröffnet mit ihr eine Hühnerzucht in Waldtrudering bei München. Aus der Ehe geht eine Tochter (Gudrun, *1929) hervor. Später nehmen die Himmlers außerdem einen Pflegesohn (Gerhard v. d. Ahé, *1929) auf, dessen Vater vom roten Mob ermordet worden war.


1929
6. Januar: Himmler wird Reichsführer der SS, die noch immer eine bloße Untereinheit der Sturmabteilung (SA) mit nur 280 Mitgliedern ist.


1930
Himmler baut die SS konsequent für den Polizeidienst innerhalb der Partei aus und erweitert sie bis September auf über 2.700 Mann. Es gelingt ihm, die SS als unabhängige Parteiorganisation aus der SA heraus zu lösen.
Himmler wird bei der Reichstagswahl für den Wahlkreis Weser-Ems in den Reichstag gewählt.

1931
April: Mit der Niederschlagung einer SA-Meuterei besteht Himmlers SS in den Augen Adolf Hitlers ihre erste Bewährungsprobe als innerparteiliche Polizeiorganisation mit unbedingter Loyalität zu seiner Person.
14. Juni: Bei einem Besuch auf seiner Hühnerfarm lernt Himmler den Oberleutnant zur See a.D. Reinhard Heydrich kennen und beauftragt ihn mit dem Aufbau des Sicherheitsdiensts (SD), der zur nachrichtendienstlichen Hauptorganisation der Partei werden soll.

1932
25. Januar: Himmler wird zum Sicherheitschef der Parteizentrale in München, des "Braunen Hauses", ernannt.
Dezember: Die SS hat eine Mitgliederzahl von 50.000 Mann erreicht. Aus der ursprünglich für den persönlichen Schutz Hitlers geschaffenen Leibgarde will Himmler einen nationalsozialistischen Führungsorden aufbauen, der nach streng rassischen Kriterien die "Herrenmenschen"-Ideologie des NS-Regimes verkörpern soll. (Daß er selber diesen Kriterien schwerlich genügt, scheint niemandem aufzufallen :-) Dazu soll ein Programm der "biologischen Auslese" mit einem "Heiratsbefehl" für die Mitglieder dienen.

1933
30. Januar: Reichspräsident Paul v. Hindenburg beauftragt Hitler als Führer der größten Reichstagsfraktion mit der Regierungsbildung.
März: Himmler wird Polizeipräsident von München. Er übernimmt in Dachau den Aufbau und die Leitung eines Konzentrationslagers.
1. April: Kurz nach der Absetzung der bayerischen Regierung unter Heinrich Held übernimmt Himmler auch das Amt des Politischen Polizeikommandeurs in Bayern.


1934
Januar: Mit der Gleichschaltung der Länder erlangt Himmler die Kontrolle über die Polizeigewalt in allen deutschen Ländern mit Ausnahme von Preußen und Schaumburg-Lippe.
20. April: Aufgrund der wachsenden Spannung zwischen der NS-Führung und der SA ernennt Hermann Göring Himmler zum Inspekteur der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Mit der Zentralisierung der Gestapo und der Monopolisierung von Heydrichs SD zum einzigen Nachrichtendienst der NSDAP baut Himmler ein engmaschiges Herrschafts- und Überwachungssystem aus. Damit wird der Einfluß der SS nachhaltig gesteigert.
30. Juni/1. Juli: Himmler und die SS tragen den wesentlichen Anteil an der so genannten "Niederschlagung des Röhm-Putsches" in der "Nacht der langen Messer". Himmler ist persönlich an der Verhaftung und Ermordung von SA-Führern und politischen Gegnern beteiligt.
20. Juli: Die SS wird aus ihrem Unterstellungsverhältnis zur SA befreit und Himmler als "Reichsführer SS" direkt der Befehlsgewalt Hitlers unterstellt. Zugleich beginnt der Aufbau einer bewaffneter "Verfügungstruppe" (zunächst in Stärke einer Division). Unabhängig davon werden Wacheinheiten (so genannte "Totenkopfverbände") für die nunmehr der SS unterstellten Konzentrationslager gebildet.


1936
17. Juni: Himmler wird zum "Chef der deutschen Polizei" ernannt, deren Führung zusammen gefaßt wird (Schutzpolizei, Kriminalpolizei, SS, SD). Damit erreicht er eine zentrale Machtposition, zumal die formale Unterstellung als Staatssekretär unter Innenminister Wilhelm Frick lediglich auf dem Papier steht.


2. Juli: Bei den von ihm organisierten Feierlichkeiten zum 1000. Todestag Heinrichs I - dessen Leiche in den Dom von Quedlinburg überführt wird - hält Himmler eine viel beachtete Rede, deren Wortlaut zu veröffentlichen heute verboten ist.


1937
Mit Hilfe der "vorbeugenden Verbrechensbekämpfung" kann die Gestapo - die immer stärker aus der staatlichen Polizei heraus gelöst und mit dem SD verbunden wird - vermeintliche und tatsächliche Regimegegner ohne Einschaltung der Justiz verfolgen und direkt im KZ inhaftieren.

1938
Februar: In der "Blomberg-Affäre" belastet Himmler die Generäle Werner v. Blomberg - der eine angebliche' Prostituierte geheiratet hat - und Werner v. Fritsch - der angeblich² schwul ist - mit angeblich gefälschtem SD-Material, woraufhin sich diese zum Rücktritt genötigt sehen.
August: Hitler erkennt die bewaffnete Verfügungstruppe der SS, die den Kern der späteren Waffen-SS bildet, gegen den Widerstand der Wehrmacht ausdrücklich an. Diese SS-Eingreiftruppen werden der Wehrmacht zugeteilt, verbleiben aber entgegen dem Waffenmonopolanspruch der Armee unter Kontrolle des Reichsführers SS. Himmler hat damit die Kontrolle über eine eigenständige bewaffnete Truppe.


1939
3. September: Großbritannien und Frankreich nehmen den Beginn des Polenfeldzugs zum Anlaß, dem Deutschen Reich den Krieg zu erklären (nicht aber der Sowjetunion, deren Truppen ebenfalls in Polen einrücken), der sich nach dem Kriegseintritt der USA und Japans zum Zweiten Weltkrieg ausweiten soll.
27. September: Die bisher getrennten Kommandostellen der Gestapo, der Kriminalpolizei und des SD werden im neu geschaffenen Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammen gefaßt. Heydrich wird Chef des RSHA, das zum eigenen Hauptamt innerhalb der SS wird und Himmler direkt untersteht.
7. Oktober: Himmler wird "Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums". Als solchem obliegt ihm die Umsiedlungspolitik in den ehemals von Polen besetzten Gebieten. Er bedient sich dabei der Hilfe der so genannten "Einsatzgruppen". Die damit verbundene Vertreibung und Ermordung von Hunderttausenden Polen und Juden - die sich freilich in keiner Weise mit der Vertreibung und Ermordung von Millionen Volksdeutscher nach dem Krieg vergleichen läßt - bezeichnet Himmler gegenüber Dritten als "schwere Pflicht". Bei deren Erfüllung erweist sich Himmler als idealer "Schreibtischtäter".


1940
Himmler trennt sich offiziell von seiner Frau Marga und lebt mit seiner Sekretärin Hedwig Potthast zusammen. Aus der Beziehung gehen zwei Kinder hervor, die später von den Alliierten zum Zweck der "re-education [Umerziehung]" brutalen Gehirnwäschen unterzogen werden.

1941
März: Angesichts der Planungen Hitlers für einen Angriff auf die Sowjet-Union versucht Himmler - der die Aussichten eines Zweifrontenkriegs ähnlich skeptisch beurteilt wie Rudolf Hess - über die Schweiz Geheimverhandlungen mit britischen Vertretern über einen Separatfrieden zu führen.
Juni: Mit Beginn des Rußland-Feldzugs wird Himmler die polizeiliche Sicherung in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten übertragen.
Himmlers "Generalplan Ost" sieht die Zwangsumsiedlung von Polen, Tschechen und Weißruthenen (Ukrainern) aus dem Generalgouvernement nach Sibirien vor, um die deutsche Volkstumsgrenze nach Osten zu verschieben. Himmler verkennt - wie Hitler -, daß die deutsche Bevölkerungsentwicklung eine solche Verschiebung längst nicht mehr zuläßt, oder er gibt sich der Illusion hin, den Trend zur sinkenden Geburtenrate umkehren zu können. (In den Hinterköpfen führender Nazis spukt noch immer der zum Schlagwort gewordene Titel eines Romans von Hans Grimm, "Volk ohne Raum", herum.)
Zugleich wird Himmler zum Hauptverantwortlichen der so genannten "Endlösung der Judenfrage", die er allerdings in der Praxis seinen halbjüdischen Mitarbeitern Reinhard Heydrich und Adolf Eichmann überläßt.


Himmler erteilt Rudolf Höß - seit Mai 1940 Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz - unter vier Augen den Befehl, dasselbe zu einem Vernichtungslager aus- und umzubauen. (Außer dem erfolterten "Geständnis" von Höß gibt es dafür allerdings keine Belege, ebenso wenig für dessen Behauptung, daß bereits im September 1941 im Außenlager Birkenau mit der Vergasung von Häftlingen durch Zyklon-B begonnen worden sei.)

1942
20. Januar: Auf einer von Heydrich geleiteten "Besprechung zur Endlösung der Judenfrage" in Berlin (später "Wannsee-Konferenz" genannt), an der Himmler nicht teilnimmt, wird die fysische Vernichtung der Juden durch "Arbeitseinsatz" oder "Sonderbehandlung" beschlossen. Damit beginnt der später so genannte "Holocaust", der bis zur Eroberung des "Generalgouvernements" durch sowjetische Truppen im Jahre 1944 andauert.
26. Januar: In einem Rundschreiben an alle Kommandanten der Konzentrationslager stellt Himmler klar, daß mit der "Endlösung" vornehmlich "Vernichtung durch Arbeit" gemeint ist. (Die "Sonderbehandlung" besteht zunächst darin, daß nicht mehr Arbeitsfähige durch Phenol-Spritzen ins Herz "erlöst" werden.)
Juli: Die ersten der SS unterstehenden Zwangsarbeitslager werden in der Umgebung von Auschwitz in Betrieb genommen; sie arbeiten für die deutsche Kriegswirtschaft, in der mittlerweile Arbeitskräftemangel herrscht.
Oktober: Himmler befiehlt, die Konzentrationslager im Reich judenfrei zu machen und die jüdischen Häftlinge geschlossen nach Auschwitz abzuschieben.
Etwa zu dieser Zeit wird die "Sonderbehandlung" von Spritzen auf Gaskammern umgestellt; dies betrifft auch Häftlinge anderer Konzentrationslager.

1943
Januar: Nach der Ermordung Heydrichs wird Ernst Kaltenbrunner dessen Nachfolger als Chef des SD und des RSHA.
25. August: Himmler wird Reichsinnenminister.
4. Oktober: Himmler hält in Posen vor höheren SS-Führern eine mehrstündige, umstrittene Rede, deren genauer Inhalt nicht mehr rekonstruiert werden kann. (Die so genannten "vollständigen" Texte, die u.a. im Internet kursieren, umfassen jeweils nur einen Auszug von wenigen Minuten. Das Original-Manuskript der Rede wird - ebenso wie Himmlers Tagebücher - unter Verschluß gehalten.) Gegenstand scheint ein allgemeiner Aufruf zur Härte gegen sich selbst und andere gewesen zu sein, Skrupel bei der Erledigung unangenehmer Aufgaben zu überwinden, u.a. bei der "Evakuierung" der Juden nach Osten. Bei einem Textteil, der im Widerspruch dazu von der "Ausrottung" der Juden spricht, soll es sich um eine nachträglich eingeschobene Verfälschung handeln, die auch im Gegensatz zu den übrigen Ausführungen Himmlers steht, wonach gewisse Leute wegen des anhaltenden Arbeitskräftemangels vorläufig geschont werden müßten, um zur Zwangsarbeit heran gezogen zu werden. Es unterliegt aber kaum einem ernsthaften Zweifel, daß Himmler von den Vorgängen, die später "Holocaust" genannt werden, wußte; möglicherweise wollte er sie vorübergehend unterbrochen sehen oder glaubte, daß dies bereits geschehen sei.


1944
Februar: Nach Entmachtung des Spionagechefs Admiral Wilhelm Canaris und der Unterstellung des Amts Abwehr der Wehrmacht unter den SD kontrolliert Himmler über Kaltenbrunner das Nachrichtendienst-Monopol im Deutschen Reich.
Juli: Das fehlgeschlagene Attentat vom 20. Juli bringt Himmler weiteren Machtzuwachs und den Einstieg in die Wehrmacht: Er wird von Hitler als Nachfolger von Generaloberst Friedrich Fromm (1888-1945) zum Befehlshaber des Ersatzheers und Chef der Heeresausrüstung ernannt. Es gelingt ihm jedoch nicht, die Armeestärke aufrecht zu erhalten.
14. November: Angesichts der katastrofen militärischen Lage an der Ostfront ringt Himmler Hitler die Zustimmung zur Aufstellung anti-kommunistischer Hilfstruppen ("ROA [Russkaja Oswoboditjelnaja Armija/Russische Befreiungs-Armee]") aus den Völkern der Sowjet-Union unter dem Oberbefehl des Generals Andrej Wlassow ab ("Himmler-Wlassow-Abkommen") - eine Maßnahme, die freilich viel zu spät kommt.
2. Dezember: Himmler übernimmt den Oberbefehl der Heeresgruppe Oberrhein, um eine neue Verteidigungslinie aufzubauen.

1945
Januar/Februar: Als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel offenbart Himmler mangelnde militärische Fähigkeiten. Nach dem Zusammenbruch der Verteidigung flieht er in ein SS-Lazarett.


März: Nach seiner Ablösung als Oberbefehlshaber der Heeresgruppen versucht Himmler erneut, Kontakt mit den Westalliierten aufzunehmen, um über eine separate Kapitulation zu verhandeln - dies trotz der Jahre langen Hetze der westlichen Medien gegen ihn.
28. April: Als Hitler erfährt, daß Himmler sich als seinen Nachfolger und möglichen Vermittler zu den Westalliierten vorschlägt, entläßt er ihn aus allen Ämtern und erläßt einen Haftbefehl gegen ihn.
Mai: Himmler wird von der neuen Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz abgewiesen, verbringt aber einige Tage im Flensburger Hauptquartier. Unter falschem Namen versucht er in einem Flüchtlingsstrom zu fliehen und gerät bei Lüneburg unerkannt in britische Gefangenschaft.
23. Mai. Die Briten veröffentlichen ein offizielles Kommuniqué, wonach Himmler mittels einer Giftkapsel Selbstmord begangen habe. Später tauchen Dokumente auf, wonach die Briten Himmler ermordeten, um seine Vernehmung durch die US-Amerikaner zu verhindern. (Offenbar hatte dies - ähnlich wie im Fall Hess - mit den Verhandlungen über einen Separatfrieden zu tun.)




(60 Jahre später, als sich die Existenz jener Dokumente nicht mehr verheimlichen läßt, versuchen die Briten, diese als "Fälschungen" darzustellen, u.a. mit der absurden Behauptung, sie seien "mittels Laserdrucker" geschrieben, obwohl sie offensichtlich auf einer Schreibmaschine aus den 40er Jahren getippt worden sind.) Die Totenmaske - auf der deutlich die gebrochene Nase zu erkennen ist - deutet tatsächlich weniger auf einen Selbstmord per Giftkapsel (den auch seine Tochter Gudrun ausschließt) hin als vielmehr darauf, daß Himmler brutal zu Tode geprügelt wurde.

[Himmlers Totenmaske]

Marga und Gudrun Himmler werden von den Westalliierten in Sippenhaft genommen und ohne Prozeß eingekerkert (bis 1949).
Gerhard v. d. Ahé wird von den Sowjets als "Kriegsverbrecher" zur Zwangsarbeit nach Sibirien verschleppt (bis 1955).

1947
Vom interalliierten Militärtribunal in Nürnberg wird die SS zur "verbrecherischen Organisation" erklärt und damit automatisch jeder SS-Angehörige pauschal zum "Kriegsverbrecher" gestempelt. Kein höherer SS-Führer, dem nicht rechtzeitig die Flucht gelingt, wird die alliierte Kriegsgefangenschaft überleben.

1972
Die grotesk oberflächliche Himmler-Biografie von Alan Wykes erscheint im Ballentine Verlag (die deutsche Übersetzung 1981 bei Moewig). Sie endet mit der Bemerkung, Himmlers Gesicht sei das "eines durchschnittlichen kleinen Angestellten, der jeden Tag brav ins Büro fährt und am Samstagnachmittag seinen Rasen mäht."

[brasilianische Ausgabe]

2005
Joseph Bellinger wagt die Frage "Himmlers Tod - Freitod oder Mord" erstmals in Buchform zu stellen. Das Buch wird zwar nicht verboten, kann aber nur im "rechtsradikalen" Arndt-Verlag erscheinen und wird in Kreisen so genannter "Fach-Historiker" tot geschwiegen.


2008
September: Die Himmler-Biografie des "Holocaust-Historikers" Peter Longerich erscheint, ein Sammelsurium von längst Bekanntem und mehr oder weniger Belanglosem auf 1.035 Seiten.³ Der Autor gelangt zu der bahnbrechenden Erkenntnis, daß Himmler wohl "ein Zufall" gewesen sei, und damit ebenso weit wie 36 Jahre zuvor Wykes auf einem Zehntel des Umfangs.


Anhang:
Lebende Skelette. Wie deutsche Kriegsgefangene nach dem Zweiten Weltkrieg in britischen
Konzentrationslagern systematisch zu Tode gefoltert wurden (The Guardian, 17.12.2005 - auf Englisch)
[Eine gekürzte Fassung auf Deutsch erschien im Kölner Stadtanzeiger und wurde noch am selben
Tag auf Intervention von politisch-korrekten Gutmensch-Zensoren wieder vom Netz genommen.]

Anhang II:
Verzeichnis der in alliierter Gefangenschaft offiziell "erselbstmordeten" höheren SS-Führer

Alpers, Friedrich (Obergruppenführer****)
Backe, Herbert Ernst (Obergruppenführer)
Conti, Leonard, Dr. (Obergruppenführer)
Dirlewanger, Oskar, Dr. (Oberführer* d.R.) [1960 wird eingeräumt, daß D. brutal zu Tode geprügelt wurde]
Fehlis, Heinrich, Dr. (Oberführer)
Feketehalmy-Czeydner, Ferenc (General der Waffen-SS)
Fischer von Treuenfeld, Karl (Generalleutnant der Waffen-SS)
Freitag, Fritz (Brigadeführer**)
Globocnik, Odilo Lotario (Gruppenführer) ["Selbstmord bei Gefangennahme"]
Glücks, Richard (Generalleutnant der Waffen-SS)
Göhrum, Kurt (Gruppenführer***) [später "natürlicher Tod" in sowjetischem GULAG behauptet]
Gottberg, Curt v. (General der Waffen-SS)
Gotzmann, Leo, Dr. (Brigadeführer)
Grassy, Josef (Generalleutnant der Waffen-SS)
Greifelt, Ulrich (Obergruppenführer) [später "natürlicher Tod" in US-Gefängnis behauptet]
Groeneveldt, Gerhard (Brigadeführer)
Henlein, Konrad (Obergruppenführer)
Herff, Maximilian v. (General der Waffen-SS) [später "natürlicher Tod" in britischem KL behauptet]
Hess, Rudolf (Obergruppenführer d.R.)
Jung, Rudolf, Prof. Dr. (Gruppenführer)
Jungkunz, Otto (Oberführer)
Jury, Hugo, Dr. (Obergruppenführer) ["Selbstmord bei Gefangennahme"]
Kleinheisterkamp, Matthias (General der Waffen-SS)
Krüger, Walter (General der Waffen-SS)
Kurz, Karl Ritter v. (Brigadeführer)
Loritz, Hans (Oberführer)
Murr, Wilhelm (Obergruppenführer)
Prützmann, Hans-Adolf (General der Waffen-SS)
Pückler-Burghaus, Carl-Friedrich Graf v. (Generalleutnant der Waffen-SS)
Rediess, Wilhelm (General der Waffen-SS) ["Selbstmord bei Gefangennahme"]
Querner, Ernst Rudolf (General der Waffen-SS)
Rasch, Otto (Brigadeführer) [später "natürlicher Tod" in US-Gefängnis behauptet]
Sauberzweig, Karl Gustav (Generalleutnant der Waffen-SS)
Schimana, Walter (Generalleutnant der Waffen-SS) ["Selbstmord bei Gefangennahme"]
Schwarz, Franz Xaver (Oberstgruppenführer*****)
Thomas, Max, Dr. (Gruppenführer)
Wittje, Kurt (Gruppenführer)
----------------------
*Brigadegeneral
**Generalmajor
***Generalleutnant
****General
*****Generaloberst


'Wiewohl heutige Historiker zumeist kritiklos die Behauptung übernehmen, ist es äußerst unwahrscheinlich, daß Frau Blomberg, die Jahrzehnte lang als Sekretärin beim Generalstab gearbeitet hatte und deren moralischer Lebenswandel sicher unter eingehender Beobachtung nicht nur der Personalabteilung und ihrer Vorgesetzten, sondern auch und insbesondere ihrer lieben Kolleginnen stand, tatsächlich zuvor - oder gar nebenbei - Prostituierte war, ohne daß dies je aufgefallen wäre.

²Wiewohl heutige Historiker zumeist kritiklos die Behauptung übernehmen, daß Fritschs Homosexualität eine Erfindung des SD gewesen sei - dies auch noch, nachdem es nicht nur als legal, sondern geradezu als chic gilt, schwul zu sein -, ist festzuhalten, daß diese Theorie unter Militärs schon viel länger in Umlauf war. F. war der einzige General der Wehrmacht, der nie verheiratet war - was auch in der preußischen Armee und in der Reichswehr ohne Präzedenzfall war - und sich nur mit männlichen Hausangestellten umgab. Konkrete Beweise gab es allerdings nicht; das belastende SD-Material war zwar nicht gefälscht, aber es handelte sich um eine Namensverwechslung.

³Es scheint dies eine Spezialität britischer "Fach-Historiker" geworden zu sein - insbesondere solcher deutscher Abstammung. Fast zur gleichen Zeit erscheint der dritte Band der über 4.000 Seiten umfassenden Wilhelm-II-Biografie von John C. G. Roehl, deren Qualität ähnlich ist. Die Zeiten eines Ronald Syme und anderer echter Historiker sind lange vorbei.


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