Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros
1917
09. April: R[ud]olf Kauka wird als Sohn eines Schmieds in Markranstädt (bei Leipzig) geboren.
Bereits als Schüler zeichnet er für die Leipziger Neuesten Nachrichten und für das Weißenfelser Tageblatt.
1936
Kauka beginnt ein Studium der Betriebswirtschaft in Leipzig.
1939-45
Kauka dient im Zweiten Weltkrieg.
1951
Kauka gründet mit Dorul van der Heide in München den Kauka-Verlag.
1952
Kauka veröffentlicht - in erklärter Konkurrenz zu
Walt Disneys "Micky Maus" und unter Berufung auf die deutsche Tradition eines Wilhelm Busch - das Comic-Heft "Till Eulenspiegel". Der Erfolg ist zunächst bescheiden.
1953
In "Till Eulenspiegel" erscheint erstmals eine Geschichte mit den jungen Füchsen "Fix und Foxi", die beim Publikum so gut ankommen, daß Kauka noch im selben Jahr beginnt, "Eulenspiegel-Sonderhefte" heraus zu bringen, die allein "Fix + Foxi" gewidmet sind.
1954
Kauka lernt in Jugoslawien den volksdeutschen Zeichner Walter Neugebauer kennen, der "Fix + Foxi" ein neues Gesicht gibt.
Kauka lehnt ein Übernahmeangebot Disneys (als Frühstücksdirektor mit einem Jahresgehalt von 80.000 US-$) ab und baut statt dessen seine eigene Produktion aus. Neben "Fix + Foxi" schafft er andere Comic-Figuren wie "Tom + Biberherz", "Pauli", "Fridolin", "Bussi Bär", "Professor Knox", "Die Pichelsteiner", "Oma Eusebia", "Lupinchen" und Lupo".
1955
Kauka nennt die Heftreihe "Till Eulenspiegel" in "Fix + Foxi" um.
seit 1957
"Fix + Foxi" erscheint wöchentlich und überflügelt mit einer Auflage bis zu 400.000 sogar Disneys "Micky-Maus-Hefte". (Bis 1994 werden weltweit 750 Millionen Hefte verkauft.)
seit 1964
Kauka bringt neben seinen eigenen Erzeugnissen auch ausländische Comis in Lizenz auf den deutschen Markt. In "Lupo", "Lupo modern", "Tip Top" und "Super Tip Top" macht er u.a. die bis dahin außerhalb Frankreichs und Belgiens völlig unbekannten Figuren von Morris, Franquin, Remacle, Hergé, Goscinny und Uderzo ("Lucky Luke", "Siggi + Barbarras [Asterix + Obelix]", "Pit + Piccolo [Spirou + Fantasio]", "Tim + Struppi [Tintin]", "Der Alte Nick + Schwarzbart der Pirat [Le vieux Nick et Barbe Noir]", "Kokomiko [Marsupilami]", "Jo-Jo [Gaston]", Die Schlümpfe [Les Schtroumpfs]" u.a.) in Deutschland populär. Hauptsächlicher Grund dafür sind seine originellen Textadaptationen, die ihm freilich von den Lizenzgebern schlecht gedankt werden.
1966
Die Juden Goscinny und Uderzo entziehen Kauka die Lizenz für "Asterix + Obelix" mit der Begründung, seine Texte seinen "anti-semitisch" - ein Vorwurf, der objektiv betrachtet vollkommen haltlos ist. Kauka kreiert ein eigenes Konkurrenz-Produkt ("Fritze Blitz + Dunnerkiel"), gegen das die primitiven, anti-italienischen und anti-deutschen Machwerke der "Asterix"-Serie (die auch an anderen nicht-französischen Nationen kaum ein gutes Haar lassen) in den nächsten sieben Jahren in Deutschland kein Bein auf den Boden bekommen.
1973
Angesichts zunehmender Anfeindungen durch politisch-korrekte Gutmenschen, denen seine Hefte zu "deutsch-national" und "anti-kommunistisch" sind, verkauft Kauka seinen Verlag an ein britisch-niederländisches Konsortium und emigriert in die USA. Er behält sich jedoch die Urheberrechte an seinen Figuren vor. Die Qualität sinkt bald ebenso wie der Absatz.
1994
Kauka läßt die Fix+Foxi-Serie einstellen und versucht, mit Hilfe der Eheleute Italiaander eine neue Comic-Serie aufzubauen. Der alte Erfolg stellt sich jedoch nicht mehr ein.
2000
13. September: Rolf Kauka stirbt in Thomasville. Seine Witwe Alexandra versucht, das Lebenswerk ihres Mannes fortzuführen.