Dienstverpflichtung als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter in der
Rundfunkabteilung des Reichsaußenministeriums.
1943
Stellvertretender Abteilungsleiter der Rundfunkabteilung des
Reichsaußenministeriums. Vor allem diese Tätigkeit wird ihm später
zum Vorwurf gemacht. Entlastung findet er durch ein aus dem
"Spiegel"-Archiv stammendes Protokoll des Reichssicherheitshauptamtes
der SS, in dem es heißt, Kiesinger habe während seiner Tätigkeit in der
rundfunkpolitischen Abteilung antijüdische Aktionen gehemmt und
verhindert.
1945-1946
Haft im Internierungslager Ludwigsburg.
1946
Leiter eines Repetitoriums für Jurastudenten an der Universität Würzburg.
1947
Kiesinger wird ehrenamtlicher Landesgeschäftsführer der CDU in
Südwürttemberg-Hohenzollern.
1948
Kiesinger wird durch ein Spruchkammergericht vollständig entlastet und wird wieder
Rechtsanwalt in Tübingen und Würzburg.
1949
Kiesinger wird Mitglied des Bundestages.
1950
Kiesinger wird Vorsitzender des Vermittlungsausschusses im Bundestag und
Mitglied des erweiterten CDU-Vorstands.
1951
Kiesinger wird Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der CDU.
1950-1958
Kiesinger wird Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates.
1954
Kiesinger wird Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten.
1958
Kiesinger wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg (bis 1966).
1960
Kiesinger wird das Großkreuz des Verdienstordens der BRD verliehen.
1966
November: Nach dem Bruch der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP
wird Kiesinger als Kandidat für die Nachfolge Bundeskanzler Erhards nominiert.
1. Dezember: Nach Erhard zurück getreten ist wird Kiesinger zum neuen Bundeskanzler gewählt.
Es kommt zur Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD, deren Vorsitzender
Willy Brandt Vizekanzler und Außenminister wird.
1966-1969
Bundeskanzler der Großen Koalition. Ungeachtet der Problematik
der Großen Koalition können die wirtschaftliche Rezession
und die Misere der Bundesfinanzen durch eine mittelfristige
Finanzplanung überwunden werden. Gemeinsam mit der SPD werden die
Stabilitätsgesetze und die umstrittenen Notstandsgesetze
verabschiedet. Im Zuge der Verbesserung der Ostkontakte werden
1967/68 diplomatische Beziehungen mit Rumänien, der CSSR und Jugoslawien
aufgenommen und damit der Bruch mit der Hallstein-Doktrin
eingeleitet. Nicht zuletzt der Streit um den Atomwaffensperrvertrag
und die andauernde Kontroverse zwischen CDU/CSU und SPD um die weitere
Konjunktur- und Währungspolitik leiten den "Machtwechsel"
1969 und das Ende der Kanzlerschaft Kiesingers ein.
1967-1971
Parteivorsitzender der CDU, danach Ehrenvorsitzender. Trotz der
Enttäuschung über die Bildung einer Sozial-liberalen
Koalition, die gegen die CDU-Mehrheit nach den Bundestagswahlen
1969 durchgesetzt wird, bleibt Kiesinger zunächst
Parteivorsitzender, verliert aber zunehmend den Rückhalt der eigenen
Partei. Im Juli 1971 verzichtet er schließlich auf die erneute
Kandidatur zum Parteivorsitz.
1969-1980
Mitglied des Bundestages.
1980
Bei den Bundestagswahlen 1980 verzichtet Kiesinger auf eine erneute
Kandidatur und scheidet zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundestag aus.
1984
Zu Kiesingers 80. Geburtstag erscheinen mehr als 1000 Vertreter des
öffentlichen Lebens, darunter die Parteivorsitzenden von CDU, CSU, SPD und FDP.