![[Die Haupt-Cadetten-Anstalt in Berlin-Lichterfelde]](hcalichterfelde.jpg)



*Man liest verschiedentlich, Manstein sei gleich nach seiner Geburt 1887 von seiner Tante Helene adoptiert worden. Dies ist unzutreffend. Es mag zwar stimmen, daß er schon vor 1896 de facto bei seiner Tante aufwuchs; eine Adoption im juristischen Sinne scheiterte jedoch an Jahre langen Streitigkeiten um die Namensgebung. Erst der 1888 an die Macht gekommene Kaiser Wilhelm ermöglicht nach dem Tode Georg v. Mansteins, um das Aussterben jenes traditionsreichen Familienzweiges zu verhindern, durch allerhöchsten Erlaß den Kompromiß aus der Titelzeile, der so im Familienrecht (das Bürgerliche Gesetzbuch war noch nicht in Kraft) eigentlich nicht vorgesehen war. In der Praxis setzte sich jedoch der Name "Erich v. Manstein" durch; lediglich die Kriegsgegner nannten ihn später penetrant "Fritz Erich von Manstein", da dieser Vorname als "typisch deutsch" gilt.
**Man liest verschiedentlich, erst Mansteins Adoptivonkel Avraham sei zum Judentum konvertiert, dies ist jedoch irreführend; korrekterweise müßte man von einer "Re-Konvertierung nach einigen Generationen" sprechen.
***Manstein ist einer von nur zwei Feldmarschällen des "Dritten Reichs", welche die gesetzlichen Voraussetzungen für diese Beförderung (Gewinn einer kriegsentscheidenden Schlacht oder Eroberung einer Festung von herausragender Bedeutung) tatsächlich erfüllten (neben Rommel, der Tobruk eroberte). Den anderen 25 Feldmarschällen bzw. "Großadmirälen" - von Göring bis Greim - wurde dieser Dienstgrad von Hitler widerrechtlich verliehen.
****Die Schlacht um Kursk zählt bis heute zu den unter Militärhistorikern am meisten umstrittenen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs. Entgegen früheren Darstellungen, die vor allem den subjektiv getrübten Memoiren sowjetischer Generäle folgten, zeigte sich nach Öffnung der Moskauer Archive, daß die Wehrmacht bei Kursk viel geringere Verluste hatte als bisher angenommen und wohl tatsächlich vor einem möglichen Sieg stand; insofern hatte Manstein also Recht. Allerdings ließ Hitler die Schlacht nicht nur wegen der Landung der Westalliierten auf Sizilien abbrechen, sondern auch, weil andere führende Militärs - vor allem Feldmarschall v. DummeKluge - befürchteten, daß bei einer weiteren Konzentrierung der stärksten deutschen Verbände auf Kursk die südlich und nördlich anschließenden Frontabschnitte nicht gehalten werden könnten und "ein neues Stalingrad" drohte. Manstein teilte diese Befürchtungen nicht, konnte sich jedoch bei Hitler mit seiner Forderung, die Offensive fortzuführen, nicht durchsetzen. Die Frage, ob Manstein auch in diesem Punkt Recht hatte, läßt sich, da hypothetisch, nur mit Mutmaßungen beantworten, die sicher noch Generationen von Militärhistorikern Arbeit und Brot geben werden. Vom militärischen Standpunkt abgesehen fragt man sich allerdings, was mit der Offensive bei Kursk überhaupt bezweckt wurde. Es gibt vereinzelte Spekulationen, daß Hitler sich eine verbesserte Ausgangsposition für einen Separatfrieden mit der Sowjet-Union schaffen wollte.
Stalin
(der an der inter-alliierten Konferenz von Casablanca, die einen solchen ausschloß, nicht beteiligt war) hatte dies im Frühjahr 1943 angeboten, jedoch auf den Vorkriegsgrenzen bestanden, wozu Hitler nicht bereit war.
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