Richard M. Nixon

(1913 - 1994)

[Richard Nixon]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1913
9. Januar: Richard Milhous Nixon wird in Yorba Linda geboren. Seine Eltern, Francis Anthony Nixon und Hannah, geb. Milhous, sind Quäker; er wird - wie seine vier Brüder - streng konservativ erzogen.
Er wächst im benachbarten Whittier auf, wo er auch das Quäker-College besucht.

1934
Nixon beginnt ein Jura-Studium an der Duke University.

1937
Nixon legt das Bar Exam ab und wird Rechtsanwalt.

1940
Juni: Nixon heiratet die Lehrerin Thelma Catherine Patricia ("Pat") Ryan. Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor, Patricia ("Tricia") und Julie.

1941
11. September: Mit Roosevelts Shoot on sight order treten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein.
7. Dezember: Wie viele andere US-Amerikaner läßt sich auch Nixon von dem provozierten Angriff der Japaner auf den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbor zu dem Glauben täuschen, daß nicht die Alliierten, sondern die Achsenmächte den Krieg begonnen hätten, und meldet sich freiwillig zur Marine.

1942-45
Nixon wird Nachschuboffizier und steigt bis zum Lieutenant Commander (Korvettenkapitän) d.R. auf.

1946
Nixon wird für die Republicans in den Kongreß gewählt.

1951
Nixon wird zum Senator von Kalifornien gewählt.

1952
Juli: Nixon wird gegen erhebliche Widerstände - er gilt als zu konservativ - zum Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft nominiert.

1953
Januar: Nixon wird US-Vizepräsident unter Eisenhower, den er während seiner temporären Amtsunfähigkeit wegen verschiedener Krankheiten wiederholt vertritt.

1957
Januar: Nixon wird erneut US-Vizepräsident unter Eisenhower.

1959
Juli: Nixon vertritt die USA bei der Industrieausstellung in Moskau.

1960
Nixon kandidiert als US-Präsident. Bei den bundesweit übertragenen Fernseh-Debatten fällt den Wählerinnen jedoch unangenehm auf, daß er schlechter rasiert ist als sein katholischer Gegenkandidat Kennedy. Deshalb unterliegt er diesem - wenngleich nur knapp und wahrscheinlich infolge von Wahlbetrug in Texas und Illinois sowie Auszählungsfehlern in neun weiteren Staaten.

1962
Nixon kandiert als Gouverneur von Kalifornien. Nachdem er auch diese Wahl verloren hat (gegen Pat Brown), erklärt er seinen Rückzug aus der Politik. Er geht nach New York City, wo er eine Anwaltssozietät gründet.

1968
Nixon kehrt auf die politische Bühne zurück und kandidiert erneut als US-Präsident.
November: Diesmal siegt er gegen den Kandidaten der Democrates, Hubert Humphrey, und den Unabhängigen George Wallace.

1969
Januar: Nixon wird als 37. Präsident der USA vereidigt, mit dem Griechisch-Orthodoxen Spiro Agnew als Vize-Präsident. Zu seinen wichigsten Mitarbeitern macht er - neben seinem Schulfreund William Rogers - die Juden Henry Kissinger und John Ehrlichman.


März: Obwohl Nixon im Wahlkampf versprochen hatte, den von seinen Vorgängern Kennedy und Johnson "geerbten" Vietnam-Krieg zu beenden, dehnt er diesen zunächst durch Luftangriffe auf Kambodiyā und Laos aus, um die Nachschublinien des Vietcong zu unterbrechen.
Juli: Nixon übernimmt eine Hauptrolle bei der Inszenierung der getürkten Mondlandung von Apollo 11, indem er ein Telefongespräch mit Neil Armstrong, dem "ersten Mann auf dem Mond", führt.*

1970
April: Nixon schickt nun auch amerikanische Bodentruppen nach Kambodiyā.

1971
15. August: Nixon hebt ohne Vorankündigung die Goldbindung des US-Dollars auf und bricht damit das 1944 geschlossene Abkommen von Bretton Woods. Binnen weniger Jahre steigt der Preis der Goldunze von 35 auf über 800 US-$, dessen Außenwert erheblich sinkt; im Inneren erleben die USA eine beispiellose Inflation.
Dezember: Nixon unterstützt im bengalischen Sezessionskrieg Pakistan gegen das - seit August - mit der UdSSR verbündete Bharat, allerdings nicht militärisch, sondern nur verbal, indem er Indira Gandhi als "alte Hexe" beschimpft. Die Unabhängigkeit von Bangla Desh kann er damit freilich nicht verhindern; er erreicht lediglich, daß die USA in Südasien für lange Zeit alle Sympathien verlieren.

1972
Februar: Nixon wird in Peking von Mao Tse-tung empfangen und beginnt seine verhängnisvolle "Pingpong-Politik". Er läßt Taiwan zugunsten der Volksrepublik China fallen und beginnt Außenhandelsbeziehungen mit letzterer, in dem irrigen Glauben, dadurch dem lahmenden US-Export einen neuen Absatzmarkt mit Milliarden Verbrauchern zu erschließen. (Tatsächlich sind die teuren amerikanischen Produkte nur zu jeweils einem Exemplar in China absetzbar, die dann ohne Rücksicht auf Urheberrechte in Massenproduktion nachgeahmt und zu Dumping-Preisen auf den Markt geworfen werden. So erobert Rotchina binnen weniger Jahrzehnte den US-Markt und verdrängt die US-Exporteure auch von den Weltmärkten. Die USA können ihr Handelsdefizit bald nur noch durch neue Staatsanleihen finanzieren, die von Rotchina aufgekauft werden; die USA geraten langfristig sowohl wirtschafts- als auch finanzpolitisch völlig in Abhängigkeit von Peking.)
Mai: Nixon wird in Moskau von Leonid Brezhnew empfangen und unterzeichnet mit großem Medienrummel einen Abrüstungsvertrag ("SALT I"), der zwar bei gewissen Friedens-Tauben** - insbesondere in der BRD - Hoffnungen weckt, in der Praxis jedoch keinerlei Auswirkungen hat; die Sowjet-Union setzt ihre militärische Interventions-Politik in aller Welt vielmehr verstärkt fort.
November: Nixon wird mit großer Mehrheit erneut zum US-Präsidenten gewählt.

1973
28. Januar: Nixon verrät nach Taiwan auch Süd-Vietnam, indem er einen Waffenstillstand mit den Nord-Vietnamesen schließt und zieht die US-Truppen abzieht, wohl wissend, daß der Vietcong diesen Waffenstillstand nicht einhalten, sondern den Krieg weiter führen wird.
September: Nach Rogers Rücktritt befördert Nixon seinen bisherigen Sicherheitsberater Kissinger zum "Secretary of State"***.
06.-26. Oktober: Im "Yom-Kippur-Krieg" versuchen die arabischen Staaten erneut, Israel "von der Landkarte zu tilgen"; obwohl sie von der Sowjet-Union mit modernsten Waffensystemen und "Schulungs-Personal" unterstützt werden - während die USA Israel in den Rücken fallen - mißlingt dies wiederum.
Unterdessen ist Spiro Agnew nach Vorwürfen der Korruption, Steuerhinterziehung und Geldwäsche vom Amt des Vizepräsidenten zurück getreten. Nixon ersetzt ihn durch Gerald Ford.

1974
August: Der eher läppische Vorwurf, politische Gegner durch "Wanzen" abgehört zu haben - ein heute in aller Welt selbstverständliches Vorgehen in der Politik -, verbunden mit der Androhung eines Amtsenthebungsverfahrens ("Impeachment") und einer bis dahin noch nicht dagewesenen Hetze in den Massenmedien bewegen Nixon zum Rücktritt zugunsten seines Vize-Präsidenten Ford, der ihn vorsorglich hinsichtlich aller etwaiger strafbaren Handlungen begnadigt. Die Posse geht als "Watergate-Affäre" in die Geschichte ein.

1975
April: Der Vietcong erobert den Rest Südvietnams, das mit Nordvietnam "wieder vereinigt" wird.****
Auch in Laos und Kambodiyā ergreifen Kommunisten die Macht, die ihre Länder zurück in die Steinzeit führen. Die Jahrtausende alte, hinduïstisch und buddhistisch geprägte Kultur Indochinas wird ausgelöscht.

1978
Nixon veröffentlicht seine Memoiren.

1984
Nixon veröffentlicht seine Autobiografie.

1994
22. April: Richard Nixon stirbt in New York City an den Folgen eines Schlaganfalls.

* * * * *

Die Nachwelt hat Nixons ungeheure Verbrechen - an Bangla Desh und ganz Indien, an Taiwan und ganz China, an Vietnam und ganz Indochina, an Israel und dem ganzen Nahen Osten, und last not least an den USA und ganz Amerika - vergessen und/oder vergeben, nicht zuletzt Dank eines Hollywood-Spielfilms von Oliver Stone (mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle). Lediglich wegen "Watergate" regen sich einige Narren bis heute auf.*****


*Ob Nixon von Anfang an wußte, daß die Mondlandungen getürkt waren, ist unklar - obwohl einiges dafür spricht. Im Januar 1972 genehmigte er das Space-Shuttle-Programm der NASA, lehnte jedoch das Projekt "bemannte Flüge zum Mars" ab.

**So genannte "Pazifisten", die für die Realität blind und taub sind.

***Der "Secretary of State" hat in den USA etwa die Stellung, die der deutsche "Reichskanzler" in den 1870er und 1880er Jahren hatte, d.h. Minister-Präsident und Außenminister.

****Tatsächlich waren Tonking, Annam und Kotschinchina zuvor nie "vereinigt", außer zur Zeit der französischen Kolonialherrschaft, als sie zusammen mit Laos und Kambodiyā die Kolonie "Französisch-Indochina" bildeten.

*****Einige unverbesserliche Linke werfen Nixon auch vor, daß er im September 1973 die Absetzung des kommunistischen Banditenchilenischen Präsidenten Allende durch General Pinochet unterstützt habe; die diesbezüglichen Schuldvorwürfe richten sich jedoch zumeist gegen Kissinger. Allerdings schreibt das ansonsten Nixon-kritische Nachrichten-Magazin Der Spiegel in einem Nachruf: "Dieser Abgang ist (...) eine Farce, denn mittlerweile weiß jeder: Das Weiße Haus finanzierte auch nach Nixon weit Schlimmeres als Einbrüche, log unmfassender, kaltschnäuziger und vor allem cleverer als er."


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