Ollenhauer wird zunächst Volontär, dann Redakteur der "Volksstimme" in Magdeburg.
1920
Ollenhauer wird Sekretär des Hauptvorstands der Sozialistischen Arbeiterjugend in Berlin (bis 1928).
1921
Ollenhauer wird Mitarbeiter der Zeitschrift "Arbeiter-Jugend" (bis 1929) und Sekretär der Sozialistischen Jugendinternationale.
1922
Ollenhauer heiratet die Redaktionssekretärin der "Volksstimme" Martha Müller. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor.
1928
Ollenhauer wird Vorsitzender des Verbandes der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands (bis 1933).
1933
April: Ollenhauer wird in den Vorstand der SPD gewählt.
Mai: Ollenhauer emigriert auf Anweisung der Partei nach Prag, wo die SPD eine illegale Exilorganisation ("SoPaDE") unterhält. Ollenhauer organisiert die konspirative Zusammenführung und Versorgung sozialistischer und kommunistischer Emigranten.
1935
Ollenhauer wird die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
1938
Ollenhauer und die meisten anderen SoPaDE-Mitglieder fliehen nach Frankreich.
1939
September: Ollenhauer verfaßt zusammen mit
Otto Wels
1939 einen Aufruf der SPD gegen den Krieg. Er wird daraufhin als feindlicher Ausländer in eine französisches Konzentrationslager eingewiesen.
1940
Juni: Als sich die französische Niederlage abzeichnet, wird Ollenhauer frei gelassen. Er flieht mit seinen Genossen über Spanien und Portugal nach London, wo sich die SoPaDE mit finanzieller Unterstützung durch die britische Labor Party für die weiteren Kriegsjahre einrichtet. Ollenhauer hält die Emigrantengruppen mit massivem Druck - und der Hilfe britischer Politiker - bei der Stange. Wer vom sozialistischen Einheitskurs abzuweichen versucht, landet auf Ollenhauers Anweisung in einem britischen Konzentrationslager.
1945
Als einziger Vertreter der SoPaDE erhält Ollenhauer die Genehmigung der Briten zur Teilnahme an der von
Kurt Schumacher organisierten SPD-Konferenz in Hannover.
1946
Februar: Ollenhauer kehrt nach Deutschland zurück und wird "Sekretär" (Geschäftsführer) der SPD der Westzonen im so genannten "Büro Schumacher" in Hannover.
8.-11. Mai: Ollenhauer wird auf dem ersten Nachkriegsparteitag der SPD in Hannover zum 2. Vorsitzenden gewählt.
1949
Ollenhauer wird Mitglied des Bundestages und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD.
1951
Ollenhauer wird auf der Gründungsversammlung der "Sozialistischen Internationale" in Frankfurt/Main zum Vizepräsidenten gewählt.
Nach dem Tode Kurt Schumachers wird Ollenhauer zum Vorsitzenden der SPD und zu deren Fraktionsvorsitzenden im Bundestag gewählt.
Für die SPD bedeutet das eine politische Katastrofe: Ollenhauers offensichtliche jüdische Abstammung (wenngleich nicht Konfession) und seine Nähe zum Kommunismus sind in jedem Wahlkampf ein gefundenes Fressen für die "bürgerlichen" Parteien, insbesondere die von
Konrad Adenauer geführte CDU und die von
Erich Mende geführte FDP.
1957
Ollenhauer reist als erster deutscher "Spitzenpolitiker" nach Israel.
Die SPD legt den so genannten "Ollenhauer-Plan vor", der auf eine Wiedervereinigung Deutschlands unter kommunistischem Vorzeichen hinaus läuft.
1959
November: In Anbetracht der vernichtenden Wahlniederlagen von 1953 und 1957 stimmt Ollenhauer schweren Herzens dem "Godesberger Programm" zu, in dem sich die SPD - jedenfalls pro forma - vom Marxismus-Leninismus lossagt, um sich künftig als "Volkspartei" zu gerieren.
1961
Da Ollenhauer als Kanzlerkandidat nicht mehr tragbar ist, stellt die SPD statt dessen
Willy Brandt,
den Regierenden Bürgermeister von Westberlin, als Spitzenkandidaten auf, dem es wenigstens gelingt, die absolute Mehrheit der
CDU/CSU zu brechen.
1963
9. September: Ollenhauer wird zum 1. Vorsitzenden der Sozialistischen Internationale gewählt.
14. Dezember: Erich Ollenhauer stirbt in Bonn.
1984
Die Ollenhauer-Biografie von Brigitte Seebacher-Brandt erscheint unter dem Titel "Biedermann und Patriot".