JUAN  PERÓN

(1895 - 1974)

[Juan Perón]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1895
8. Oktober: Juan Domingo Perón Sosa wird als Sohn eines Viehzüchters in Lobos geboren. Er wächst bei seinen Tanten väterlicherseits in Buenos Aires auf, wo er auch die Grundschule besucht.

1911-13
Perón besucht das Colegio Militar in Buenos Aires, das er als Leutnant verläßt.

1914-18
Erster Weltkrieg. Argentinien gehört zu den Kriegsgewinnlern, da es die Entente-Mächte mit Nahrungsmitteln beliefert.

1919
.

1926-29
Perón besucht die Escuela Superior de Guerra.

1929
Januar: Perón heiratet Aurelia ("Potota"), geb. Tizón. (Die Ehe bleibt kinderlos.)

1930
Perón wird Dozent für Militärgeschichte an der ESG. Er schließt sich dem Putsch des Generals Uriburu an.

1930-35
Perón arbeitet als Sekretär des Kriegsministers.

1936-39
Perón arbeitet als Militär-Attaché an den argentinischen Botschaften in und Berlin.

1938
Aurelia Perón stirbt.

1939-41
Perón arbeitet als Militärbeobachter in Italien.

1941
Wieder in Argentinien, gründet Perón mit anderen Offizieren den Geheimbund "Grupo Oficiales Unidos" (GOU).

1943
Mai: Die GOU stürzt die Regierung Castillo an dessen Stelle General Ramírez tritt. Perón wird zunächst stellvertretender Kriegsminister unter General Farrell, dann Arbeitsminister. Als solcher knüpft er intensive Kontakte zur sozialistischen Gewerkschaft CGT.

1944
Februar: Farrell löst Ramírez ab; Perón wird Vizepräsident und Kriegsminister.

1945
27. März: Argentinien erklärt Deutschland den Krieg.
9. Oktober: Perón wird abgesetzt und verhaftet.
17. Oktober: Von der CGT und Eva ("Evita") Duarte organisierte Streiks und Massendemonstrationen zwingen die Regierung, Perón frei zu lassen und Wahlen auszuschreiben.
21. Oktober: Perón heiratet in zweiter Ehe Eva Duarte.


1946
Februar: Perón wird zum Präsidenten gewählt. Er stützt sich auf eine breite Anhängerschaft von links und rechts.

1946-50
Perón gewährt zahlreichen politisch Verfolgten aus Europa Asyl, u.a. dem Deutschen Hans-Ulrich Rudel, dem Kroaten Ante Pavelic, dem Franzosen Jacques de Mahieu und dem Wallonen Pierre Daye. (Angeblich gewährt Perón auch Adolf Hitler, Martin Bormann, Adolf Eichmann, Josef Mengele, Erich Priebke und Klaus Barbie heimlich Unterschlupf; nach anderen Quellen sind die Vorgenannten allerdings längst tot oder anderswo untergetaucht.)

1951
Perón wird als Präsident wiedergewählt.

1952
"Evita" Perón stirbt an Krebs.

1953
August: Perón reist auf Staatsbesuch in die BRD, wo ihm die "Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" verliehen wird.*


1955
Mai:
Juni: Ein Putschversuch der Marine scheitert.
September: Perón - von Papst XII wegen einer Familienrechtsreform, welche die Scheidung erlaubt, exkommuniziert - wird durch einen Putsch katholischer Offiziere aus Armee und Marine gestürzt. Paraguays Präsident Alfredo Stroessner gewährt ihm politisches Asyl.


1956
Juni: Ein Aufstand von Peróns Anhängern in Buenos Aires wird blutig nieder geschlagen.

1961
Perón geht nach Panama, wo er die Sägerin Maria Estela ("Isabel") Martínez kennen lernt, die er in dritter Ehe heiratet. (Auch diese Ehe bleibt kinderlos.)

1962
Perón geht nach Spanien, dessen "Caudillo" Francisco Franco ihm politisches Asyl gewährt.

1963
Der neue Papst Paulus VI hebt Peróns Exkommunizierung auf; daraufhin wird er wieder von den katholischen "Montoneros" unterstützt.

1967
Perón

1970
Juni:

1971


1973
März: In Argentinien werden Wahlen veranstaltet, die Peróns Freund Héctor Cámpora gewinnt.
Mai: Cámpora wird Präsident, hebt Peróns Verbannung auf und begnadigt alle seine Anhänger.
20. Juni: Perón kehrt nach Argentinien zurück. Bei seiner Ankunft am Flughafen Ezeiza kommt es zu Schießereien zwischen seinen "linken" und "rechten" Anhängern.
Juli: Cámpora tritt zurück und schreibt Neuwahlen aus.
August:
Oktober: Perón wird zum Präsidenten gewählt; er macht "Isabel" zu seiner Vize-Präsidentin.

1974
1. Juli: Juan Perón stirbt in Olivos. "Isabel" folgt ihm im Amt (als erste Staatspräsidentin Südamerikas).

* * * * *

1976
Während "Evita" Perón duch ein Musical von Andrew Lloyd-Webber weltweit glorifiziert wird, wird Isabel Perón durch einen Militärputsch gestürzt.

1976-2006
Drei Jahrzehnte Mißwirtschaft (und ein verlorener Krieg gegen Großbritannien um die wertlosen Falkland IslandsIslas Malvinas) machen Argentinien vom einst reichsten Land Südamerikas zu einem der ärmsten, das am Ende des 20. Jahrhunderts vor dem Staatsbankrott steht. Im Rückblick verklärt sich die Epoche Perón, wobei verdrängt wird, daß eigentlich er es war, der diese verhängnisvolle Entwicklung eingeleitet hatte.

2006
Oktober: Peróns Leichnam wird in ein kostspieliges - von der CGT finanziertes - Mausoläum überführt.


*Perón ist erst der 3. Träger jenes Ordens - nach dem Brasilianer Getúlio Vargas und dem Peruaner Manuel Odria. In den folgenden Jahren wird er allerdings an fast jeden latein-amerikanischen Regierungschef verliehen. 1958 wird die Verleihung vorübergehend eingestellt und erst unter der "sozial-liberalen" Regierung Brandt wieder aufgenommen.

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