JOZEF  TISO

(1887 - 1947)

[Jozef Tiso]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros

1887
13. Oktober: Jozef Tiso wird als zweites von sieben Kindern der Eheleute Gaspar und Terezia Tiso in Groß-Bitsch [Velká Bytča] (Österreich-Ungarn) geboren. Die Tisos sind katholisch, wie die meisten Slowaken, womit sie innerhalb Ungarns - zu dem die Slowakei politisch gehört - allerdings einer Minderheit angehören.

1897-1906
Tiso besucht in Sillein [Žilina] und Neutra [Nitra] das Gymnasium.

1906
Tiso beginnt in Wien ein Studium der Theologie.

1910
Tiso wird zum Priester geweiht.

1911
Tiso wird zum Dr. theol. promoviert.

1914-1918
Im Ersten Weltkrieg dient Tiso als Feldgeistlicher.

1918
14. November: In Prag bildet sich eine "National-Versammlung", die den in den USA weilenden Deutsch-Slowaken Tomas Garrigue Masaryk - der sich als Tscheche fühlt und verkündet hat, daß Slowaken "auch Tschechen" seien - in absentia zum "Präsidenten" der "Tschecho-Slowakei" ausruft. (Die Slowaken hat - entgegen dem insbesondere von den USA lautstark propagierten "Selbstbestimmungsrecht der Völker" - niemand zuvor gefragt, ob sie mit den Tschechen zusammen einen Staat bilden wollen; eine Volksabstimmung wird ihnen verweigert.)

1919
September: Im DiktatVertrag von St. Germain wird Österreich-Ungarn zerschlagen. Während die Deutsch-Österreicher und Ungarn auf kleine, kaum überlebensfähige Rumpfstaaten zurück geworfen werden, werden die kleineren Völker - so auch die Slowaken, die keinen Vertreter zu den "Friedens-Verhandlungen" entsenden durften* - der brutalen Unterdrückung durch Tschechen, Polen, Walachen ["Rumänen"] und Serben ausgeliefert. Von den 13,5 Mio Einwohnern der "Tschecho-Slowakei" sind nicht einmal die Hälfte Tschechen.


Tiso tritt der Slowakischen Volkspartei seines Priesterkollegen Andrej Hlinka bei.

1920
Februar: Nach Verabschiedung einer neuen, zentralstaatlichen Verfassung wird Masaryk - diesmal in Anwesenheit - erneut zum Präsidenten gewählt; als Deutsch-Slowake fühlt er sich bemüßigt, den 150%igen Tschechen zu spielen. Er enteignet den deutschen und ungarischen Grundbesitz.

1925
.

1927
Masaryk läßt sich erneut zum Präsidenten wählen.


1934
Masaryk läßt sich erneut zum Präsidenten wählen.

1935
Dezember: Masaryk tritt aus Altersgründen zurück. Zum neuen Präsidenten läßt er das Parlament seinen alten Spezi Edvard Beneš wählen, einen den übelsten Politverbrecher des 20. Jahrhunderts.

1937
14. September: Tomas Garrigue Masaryk stirbt in Lány. Nur Tschechen trauern um ihn; für die Landsleute seiner Eltern - und die anderen Minderheiten - verkörpert er all die schlechten Eigenschaften des Unrechtsstaates "Tschecho-Slowakei".


1938
August: Nach dem Tode Hlinkas wird Tiso zu seinem Nachfolger gewählt.
September: Mit dem "Münchner Abkommen" erhalten die Sudeten-Deutschen ihre Freiheit zurück; die Slowaken und Ruthenen ("Karpato-Ukraïner") erhalten eine Teil-Autonomie innerhalb der Tschecho-Slowakei.

1939
14. März: Tiso erklärt die vollständige Unabhängigkeit der Slowakei von der "Rest-Tschechei". (Die alten deutschen Länder Böhmen und Mähren schließen sich daraufhin wieder dem Deutschen Reich an.)

* * * * *

1992
Tschechen und Slowaken wählen mit überwältigender Mehrheit Parteien, die für eine Auflösung der "Tschecho-Slowakei" eintreten.

1993
01. Januar: Die Slowakei wird unter Vladimir Mečiar erneut unabhängig.
Hlinka wird rehabilitiert (und erneut zum National-Helden aufgebaut), Tiso nicht.


2006
Die Tiso-Biografie von Milan Djurica - Professor für Theologie an der Universität von PreßburgBratislava - erscheint und ruft vor allem in den jüdischen Medien - die Tiso allein nach seiner (angeblichen) Beteiligung am "Holocaust" bewertet wissen wollen - einen Sturm im Wasserglas der Empörung hervor, da er erstmals seit 1945 sachlich beurteilt wird.

*Ihrem Führer Andrej Hlinka wurde von Frankreich die Einreise verweigert.

** .

***geschweige denn den Minderheitsvölkern der Siegermächte Großbritannien und Frankreich oder denen Spaniens. Das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" wurde denn auch nie in der Satzung der Verbrecher-Organisationfriedliebenden Gemeinschaft "Völkerbund" verankert; darin wurde vielmehr die Unverletzlichkeit der Grenzen aller "souveränen" Völkerkerker Staaten festgeschrieben, was unendliches Leid über die Betroffenen brachte. Allein den Iren gelang es unter Eamón de Valera, wenigstens einen Teil ihrer Insel von England zu lösen; der Versuch der Basken und Katalanen, sich von Kastilien zu trennen, scheiterte im Spanischen Bürgerkrieg an Franco.

****Als sich die Slowaken 1939 und 1993 von den Tschechen lösten, wurde zuvor keine Volksabstimmung durchgeführt. Allerdings hatten die Slowaken 1992 mit überwältigender Mehrheit die Partei von Vladimir Mečiar gewählt, der die Unabhängigkeit auf seine Fahnen geschrieben hatte. Die Sklavenvölker Serbiens mußten sich ihre Unabhängigkeit mit Waffengewalt - z.T. gegen den Widerstand des Völkerbund-Nachfolgers UNO - erkämpfen. Die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts der Völker in "Belgien" steht noch aus. Obwohl Flamen und Wallonen inzwischen mehrheitlich Parteien wählen, die für eine Trennung nach dem Vorbild der Tschechen und Slowaken eintreten, werden doch aus der Minderheit der Volksverrätertreter beider Seiten immer wieder Koalitions-Kabinette gebildet, die diese verhindern.

*****Diese offizielle (!) Begründung mag der Grund sein, weshalb die Tschechen noch immer fürchten, die Sudeten-Deutschen könnten eines Tages verlangen, das nicht annähernd so lange zurück liegende Unrecht der Tschechisierung unter Masaryk und seinen Nachfolgern rückgängig zu machen.


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