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![[Eine Verbrechervisage wie aus dem Fahndungsalbum: Olof Palme]](palmenr.jpg)






*Dies steht in auffallendem Gegensatz zur Haltung der RÖ während des ungarischen Aufstands von 1956, als 160.000 ungarischen Flüchtlingen Asyl gewährt wurde, obwohl damals - erst ein Jahr nach dem Abzug der russischen Besatzungstruppen aus Wien - noch die ganz konkrete Gefahr deren Rückkehr bestand. (Die USA - unter Präsident Eisenhower - hatten bereits insgeheim ihr Einverständnis zum Wiedereinmarsch der Roten Armee in die ehemalige sowjetische Besatzungszone erklärt.) Eine vergleichbare Gefahr bestand 1968 nicht. Rudolf Kirchschläger, der RÖ-Gesandte in Prag, setzte sich denn auch über diese Anweisung Waldheims hinweg - was seiner Karriere nur förderlich war: Er wurde nach dem Wahlsieg der Sozialisten 1970-74 Außenminister - also Waldheims Nachfolger - und 1974-86 Staatspräsident der RÖ - also Waldheims Vorgänger.
**Niemand dachte damals daran, Waldheims "Nazi-Vergangenheit" als Wehrmachtssoldat aufs Tapet zu bringen. Dies ist umso bemerkenswerter, als der andere Kandidat für den Posten des UN-Generalsekretärs - der Finne Max Jakobson - aus eben diesem Grunde von der Sowjetunion und ihren Satelliten abgelehnt wurde: Er war im Zweiten Weltkrieg - wie Waldheim - Reserveoffizier und hatte gegen die Rote Armee gekämpft. Da er überdies Jude war, hatte er auch bei den muslimischen UN-Mitgliedern keine Chance. Ebenso bemerkenswert ist, daß sich niemand an Kirchschlägers Vergangenheit störte, bevor er zum Staatspräsidenten der RÖ gewählt wurde: Auch er war Wehrmachts-Offizier, allerdings nicht wie Waldheim als kleiner Ordonnanzleutnant in irgendwelchen Stäben, sondern zuletzt als Hauptmann und Lehroffizier an der Wiener Kriegsschule - ein Posten, für den nur "in ihrer national-sozialistischen Weltanschauung besonders gefestigte" Personen in Frage kamen. (Dies ungeachtet der Tatsache, daß man als Wehrmachtsangehöriger kein NSDAP-Mitglied sein durfte - was Kirchschläger nach dem Krieg die Aussage erleichterte, er sei "nie ein Nazi gewesen", da er ja nie in der Partei war.) Noch im April 1945 verheizte er eine Einheit junger Offiziersschüler in einem sinnlosen Himmelfahrtskommando gegen die Rote Armee.
***In den meisten Rechtsordnungen der Welt wird die Nichtanzeige geplanter Verbrechen durch "Mitwisser" als Straftat gewertet und anderen Beteiligungsformen mehr oder weniger gleich gestellt. Waldheim soll gewußt haben, daß die Wehrmacht 6 Millionen80.000 Juden aus Saloniki abtransportierte und in Vernichtungslager brachte. Ferner wurde ihm vorgeworfen, daß er seine Mitgliedschaft in der "kriminellen Vereinigung Reiter-SA" verschwiegen habe und auf dem Balkan an der Bekämpfung der
Tito-Partisanen
beteiligt war. Waldheim hatte nicht den Mut, in diesen Punkten Klartext zu reden bzw. zu schreiben: Obwohl er selber 1945 auf dem berühmt-berüchtigten Fragebogen der alliierten Besatzer angegeben hatte, Mitglied der Reiter-SA gewesen zu sein, behauptete er nun - statt einmal auszusprechen, daß die "Reiter-SA" gar keine "kriminelle Vereinigung" war -, er habe damals gelogen und sei nie Mitglied gewesen. (Damit wäre er der wohl einzige von vielen Millionen Fragebogen-Ausfüllern, der seine Mitgliedschaft in einer NS-Einrichtung nicht wahrheitswidrig verschwiegen, sondern wahrheitswidrig erfunden hätte :-) Im übrigen beschränkte er sich in diesem Punkt auf die - zutreffende - Feststellung, daß das vom WJC vorgelegte Foto (s.o.) ihn nicht bei der Reiter-SA, sondern bei der RÖ-Kavallerie zeigte. Einiges mehr an Mut hätte es allerdings erfordert, auf die Gefahr hin, wegen "Leugnung des Holocausts" belangt zu werden, die Wahrheit über die angebliche Juden-Deportation von Saloniki auszusprechen: Sie zählt zu den Märchen, die nach dem Zweiten Weltkrieg erfunden wurden, um der deutschen Wehrmacht (bzw. der Waffen-SS) Greueltaten anzuhängen - vergleichbar denen, die unter den Schlagworten
"Guernica",
"Kalavrita" und "Oradour" bekannt wurden. Tatsächlich wurde Saloniki im August 1917 von den Entente-Mächten angezündet, ausgeplündert, die Bevölkerung - die damals zu 70% aus Juden bestand - deportiert, und die griechische Feuerwehr von französischen Besatzungstruppen am Löschen gehindert. Nach dem Krieg wurde die Stadt neu aufgebaut und mit griechischen Flüchtlingen aus Anatolien komplett neu besiedelt; als die Wehrmacht 1941 nach Saloniki kam, gab es dort also gar keine Juden mehr. Aber selbst wenn es welche gegeben hätte, ist nicht recht ersichtlich, bei wem Waldheim - wenn er denn von Juden-Transporten gewußt hätte und wenn er ferner gewußt hätte, wie solche Transporte enden konnten - dies hätte anzeigen sollen - vielleicht beim
Führer
persönlich? Auch seine Mitwirkung an der Partisanen-Bekämpfung auf dem Balkan stritt Waldheim rundweg ab - obwohl er dafür 1944 von der kroatischen Regierung
Ante Pavelićs
sogar mit dem Zvonimir-Orden ausgezeichnet worden war -, statt einmal auszusprechen, daß die Bekämpfung jener Banditen alles andere als ein "Kriegsverbrechen" war. [Die alliierten Besatzer ermordeten selbst unbewaffnete deutsche Kinder ohne die geringsten Skrupel, wenn sie auch nur den vagen Verdacht hatten, sie könnten "Werwölfe" o.a. "Partisanen" sein.] Waldheim wollte jedoch seine betont zur Schau gestellte Freundschaft mit dem "jugo-slawischen" Diktator Tito nicht gefährden.

****Der Stimmungsumschwung zugunsten Waldheims, den die Stänkereien des WJC in Österreich bewirkten, ist bemerkenswert: Der abgewählte Bundeskanzler Kreisky verzichtete zu Waldheims Gunsten auf die ihm angetragene Kandidatur zum Bundespräsidenten; und selbst Waldheims langjähriger Intimfeind Kirchschläger empfahl ihn öffentlich als seinen Nachfolger.
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