Tabellarischer Lebenslauf
zusammengestellt von
Nikolas Dikigoros
1920
15. April: Richard v. Weizsäcker wird in Stuttgart als viertes Kind des Diplomaten
Ernst v. Weizsäcker
und seiner Ehefrau Marianne, geb. von Graevenitz (1889-1983), geboren.
Seine Kindheit und Jugend verbringt er infolge des Diplomatenberufs des Vaters in der Schweiz, in Dänemark und in Berlin.
1938
Weizsäcker wird zum Reichsarbeitsdienst eingezogen.
1938
Oktober: Weizsäcker tritt in das Potsdamer Infanterieregiment 9 ein, wo sein Bruder Heinrich als Berufsoffizier dient.
1939
September: Weizsäcker nimmt am
Polenfeldzug
teil, der sich nach der Kriegserklärung Großbritanniens und Frankreichs an das Deutsche Reich (nicht jedoch an die mit diesem
verbündete Sowjetunion, die den größeren Teil Polens annektiert) bald zum
Zweiten Weltkrieg ausweitet.
1941-45
Weizsäcker nimmt am
Rußlandfeld
teil, zuletzt im Range eines Hauptmanns der Reserve. Kurz vor Kriegsende wird er in Ostpreußen verwundet und zurück nach Potsdam gebracht.
1945-1950
Weizsäcker studiert Rechtswissenschaften und Geschichte in Göttingen.
1948/49
Der Student Weizsäcker wird als Assistent des Rechtsanwalts Hellmut Becker im Wilhelmstraßen-Prozeß gegen die Hauptverantwortlichen im Auswärtigen Amt (im Rahmen des inter-alliierten
Militär-Tribunals
in Nürnberg) als Hilfsverteidiger seines Vaters zugelassen. Sein Vater wird zu sieben Jahren Haft verurteilt, aber - wiewohl de facto seit 1938 Leiter der deutschen Außenpolitik - schon 1950 vorzeitig entlassen. (Dafür wird
Joachim v. Ribbentrop zum Tode verurteilt und erhängt.)
1950-1953
Nach dem Referendarexamen im Sommer 1950 arbeitet Weizsäcker als wissenschaftliche Hilfskraft beim Bergbau der Mannesmann AG in Gelsenkirchen.
1953
Weizsäcker legt das Assessorexamen ab und heiratet Marianne v. Kretschmann. Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor.
1953-1958
Weizsäcker arbeitet bei der Mannesmann AG in Düsseldorf, zunächst in der Rechtsabteilung, dann in der Wirtschaftspolitischen Abteilung (seit 1957 als deren Leiter).
Juli: Weizsäcker wird an der Universität Göttingen zum Dr. jur. promoviert, nachdem er eine Dissertation mit dem Titel "Der faktische Verein" vorgelegt hat.
1958
Weizsäcker wird Geschäftsleiter des Bankhauses Waldthausen & Co. in Essen und Düsseldorf (bis 1962).
1962
Weizsäcker wird Geschäftsführender Gesellschafter des chemisch-pharmazeutischen
Unternehmens C. H. Böhringer in Ingelheim am Rhein (bis 1966).
Weizsäcker wird Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages.
1964
Weizsäcker wird Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages (bis 1970).
1965
Weizsäcker soll auf Vorschlag des rheinland-pfälzischen CDU-Fraktionsvorsitzenden
Helmut Kohl
für einen Sitz im Bundestag kandidieren, lehnt dies aber mit der Begründung ab, daß sich ein politisches Mandat nicht mit seinem Amt als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages vertrage.
1966
Weizsäcker wird auf Vorschlag von Helmut Kohl Mitglied des Bundesvorstandes der CDU (bis 1984).
1968
November: Weizsäcker unterliegt im Wahlmänner-Gremium der CDU gegen
Gerhard Schröder
bei der Bewerbung um die Kandidatur zur Bundespräsidentschaft.
1968
Weizsäcker erhält Sitz und Stimme im Zentralausschuß des Ökumenischen Rates der Kirchen (bis 1975).
1969
Weizsäcker wird Mitglied des Deutschen Bundestages (bis 1981).
1969
Weizsäcker wird Mitglied der Synode und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (bis 1984).
1971-1978
Weizsäcker leitet die schleppende Erarbeitung des neuen CDU-Grundsatzprogramms.
1972
Während der Ratifizierungsdebatten über die so genannten
Ostverträge,
in denen die SPD-FDP-Regierung ohne Gegenleistung und ohne die davor vom Grundgesetz vorgeschriebene Volksbefragung auf die deutschen Ostgebiete verzichtet, hält Weizsäcker zwei vielbeachtete Reden im Bundestag, die dazu beitragen, daß die CDU/CSU-Opposition durch Stimmenthaltung die Ratifizierung ermöglicht. Weizsäcker setzt sich vor allem für den Abschluß des Warschauer Vertrages mit Polen ein.
1973
Mai: Weizsäcker kandidiert erfolglos für den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er unterliegt
Karl Carstens,
wird aber immerhin Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion (bis 1979).
Weizsäcker nimmt an der ersten Reise einer bundesdeutschen Parlamentarier-Delegation in die Sowjetunion teil. ("Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen.") Angeführt wird die Gruppe von der ehemaligen Maitresse des Ex-SPD-Vorsitzenden
Kurt Schumacher,
Annemarie Renger,
die es inzwischen zur Bundestagspräsidentin gebracht hat. An der Reise nehmen auch der Altstalinist
Herbert Wehner,
Wolfgang Mischnik (FDP) und Richard Stücklen (CSU) teil.
1974
Mai: Weizsäcker kandidiert erfolglos gegen den populären Schlagersänger und Ex-Außenminister
Walter 'Tünnes' Scheel
für das Amt des Bundespräsidenten.
1979
18. März: Weizsäcker tritt als Spitzenkandidat der CDU in Berlin an. Obwohl die CDU 44,4% der Stimmen erhält, scheitert sein Versuch, Regierender Bürgermeister von Berlin zu werden, vorerst am Fortbestand der Berliner sozial-liberalen Koalition. Weizsäcker tröstet sich mit dem Amt eines Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages.
1981
Weizsäcker wird doch noch Regierender Bürgermeister von West-Berlin, zunächst mit einem CDU-Minderheitssenat, seit 1982 im Zuge des "changement des coalitions" in Bonn in einer Koalition mit der F.D.P.
1983
September: Weizsäcker reist als erster Regierender Bürgermeister von West-Berlin in die DDR. In Ost-Berlin wird er von
Erich Honecker empfangen.
28. November: Auf Drängen des bayerischen Ministerpräsidenten
Franz-Josef Strauß
gibt Bundeskanzler Helmut Kohl die Kandidatur Weizsäckers für das Bundespräsidentenamt bekannt.
Weizsäcker veröffentlicht "Die deutsche Geschichte geht weiter".
1984
Weizsäcker wird als Nachfolger von Karl Carstens zum Bundespräsidenten gewählt und setzt einen Personenkult in Gang wie vor ihm noch kein anderes deutsches Staatsoberhaupt seit
Kaiser Wilhelm II.
Um auch im Ausland auf sich aufmerksam zu machen, reist Weizsäcker viel in der Welt herum, am liebsten in den Ländern, die früher "unterwickelt" genannt wurden, inzwischen "Entwicklungsländer" und bald "Dritte Welt" heißen werden, wo nach der Entkolonisierung vielfach Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Hungersnot herrschen. (Weizsäcker wird auch Schirmherr der deutschen
Welthungerhilfe.)
Er legt Lippenbekenntnisse zum Umweltschutz ab und plädiert für eine Annäherung an den kommunistischen Ostblock im allgemeinen und an die DDR im besonderen.
1985
Februar: Weizsäcker besucht Jordanien, Ägypten und Finnland.
März: Weizsäcker unterstützt verbal die Reformpolitik des neuen sowjetischen Staats- und Parteichefs
Mikhail Gorbatschow.
8. Mai: In einer unverantwortlichen Rede zum 40. Jahrestag der bedingungslosen
Kapitulation
und Auflösung des Deutschen Reiches prägt Weizsäcker das unselige Wort von der "Befreiung" für die Besatzung, Ausplünderung und
Vergewaltigung
Deutschlands durch die alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Er versteigt sich zu dieser Geschichtsklitterung trotz und in Kenntnis der ausdrücklichen
Direktive
der obersten Besatzungsbehörden, Deutschland und die Deutschen nicht als "befreit", sondern als "besiegt" anzusehen und entsprechend brutal zu behandeln, insbesondere keine Steigerung des Lebensstandards über den der Nachbarländer und -völker hinaus zuzulassen. Gleichwohl findet der präsidiale und bald auch regierungsamtliche Sprachgebrauch mit Hilfe einer rüden
Propagandapolitik sowie eines zwei Wochen zuvor verabschiedeten Bundesgesetzes, wonach die "Leugnung" der regierungsamtlichen Geschichtsdeutung zum Straftatbestand gemacht worden ist, in allen deutschen Medien Verbreitung. Weizsäckers "Befreiungs"-Rede ruft im In- und Ausland große Verwunderung hervor und läßt viele am Verstand der Deutschen und
ihres Präsidenten zweifeln. In Italien erscheinen Karikaturen, die Weizsäcker in Anspielung auf die Märchenfigur
Pinocchio
als verbiestertes Männchen mit langer Lügnernase darstellen. [Diese Art der politischen Karikatur ist in Italien beliebt; sie wird später auch auf Berlusconi und Bush angewendet.]
Juli: Weizsäcker nimmt persönlich am Begräbnis des kommunistischen Schriftstellers und Sympathisanten der Baader-Meinhof-Terroristen Heinrich Böll teil.
Oktober: Weizsäcker wird als erster Präsident der BRD nach Israel eingeladen, wo ihm die Ehrendoktorwürde des Weizmann-Instituts in Rehovot verliehen wird. Zur feierlichen Promotion erscheint Weizsäcker mit schwarzem Käppi.
1986
Weizsäcker besucht Barma (dessen brutalem Militärregime er umfangreiche Entwicklungshilfe zusagt), Bangladesch, Malaysia, Österreich, England und Norwegen.
Weizsäcker sorgt persönlich dafür, daß der zwielichtige Ex-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Otto John, der 1954 in die "DDR" übergelaufen war, als "Wiedergutmachung" für seine rechtskräftige Verurteilung wegen Landesverrats eine Ehrenrente in Höhe von 4.200.- DM p.m. erhält.
Weizsäcker, der sich auch als großer Sportler aufspielen will (er tritt u.a. im ZDF-Sportstudio auf), läßt die Anforderungen für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens bis zur Lächerlichkeit herab setzen, um sie auch selber erfüllen zu können. Er schmückt sich seitdem mit dem Goldenen Sportabzeichen.
1987
Weizsäcker besucht Argentinien, Bolivien, Guatemala, die Schweiz, Griechenland und die UdSSR.
1988
Weizsäcker besucht Mali, Nigeria, Simbabwe und Somalia - wo er den terroristischen Regimes jeweils reichlich Entwicklungshilfe zusagt - sowie Italien, Schweden, Luxemburg und Bulgarien.
Weizsäcker erhält bei einem Besuch in Oxford auch dort eine Ehrendoktorwürde.
Weizsäcker veröffentlicht "Die politische Kraft der Kultur".
1989
Januar: Weizsäcker gibt einen großen Empfang aus Anlaß des 75. Geburtstags des SPD-Ehrenvorsitzenden und ehemaligen Bundeskanzlers
Willy Brandt,
den er einen "Menschen und Staatsmann von exemplarischem Format" nennt.
23. Mai: Weizsäcker wird mangels eines Gegenkandidaten erneut zum Bundespräsidenten gewählt (allerdings mit nur 881 von 1022 gültigen Stimmen). Er besucht Spanien, Dänemark, die USA und Marokko.
November: Weizsäcker warnt nach der
Öffnung der innerdeutschen Grenze
und dem beginnenden politischen Wandel in Osteuropa vor "nationalem Übermut". Um diesem entgegen zu wirken, begnadigt er die meisten noch lebenden Terroristen der "Rote Armee Fraktion [RAF]"; sie erhalten auf seine Veranlassung neue Identitäten und gut dotierte Druckposten im Staatsdienst.
1990
Mai: Weizsäcker besucht Warschau und Auschwitz (nicht etwa Bromberg oder Jedwabne), spricht sich für umfangreiche Zahlungen der BRD an Polen und gegen eine Entschädigung der deutschen Opfer polnischer Greueltaten aus. Anschließend bezeichnet er das als die wichtigste Reise seiner Amtszeit.
29. Juni: Weizsäcker wird die Ehrenbürgerwürde von Gesamt-Berlin verliehen. Im Gegenzug spricht er sich für die Verlegung nicht nur der Hauptstadt, sondern auch des Regierungssitzes von Bonn nach Berlin aus.
Weizsäcker wird die Ehrenbürgerwürde der Stadt Stuttgart verliehen.
3. Oktober: Beim Festakt zur so genannten
"Wiedervereinigung"
Deutschlands in Berlin sagt Weizsäcker den Satz: "Sich zu vereinen, heißt teilen lernen", der prägend wirken soll, aber im Osten bald nur noch Hohngelächter und im Westen - wo der Satz "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" Jahrzehnte lang als "faschistisch" diffamiert worden ist - Kopfschütteln auslöst; er gerät bald in Vergessenheit.
November: Weizsäcker besucht Coventry, das alte Zentrum der englischen Rüstungsindustrie, und gibt sich dort für eine weitere anti-deutsche Geschichtsklitterung her: 50 Jahre zuvor waren bei einem deutschen Luftangriff auf Rüstungsfabriken versehentlich einige Bomben auf die Innenstadt gefallen und hatten die Kathedrale beschädigt. Im Nachhinein wurde daraus ein "Terrorangriff auf die britische Zivilbevölkerung und ihre Heiligtümer" gemacht, der zur Rechtfertigung der alliierten Terrorbombardements auf die deutsche Zivilbevölkerung und andere Kriegsverbrechen diente. Weizsäcker wird im Ausland nicht mehr "Richard", sondern "Heinrich" genannt, in Anlehnung an den mittelalterlichen deutschen Kaiser, der nach Canossa pilgerte, um von seinen politischen Sünden - und vom päpstlichen Bann - erlöst zu werden.
Weizsäcker besucht ferner Portugal, Kanada und Malta, wo er sich ebenfalls in Selbstanklagen wegen der deutschen Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg auf den englischen Kriegshafen ergeht. [Daß dort inzwischen ein sozialistisches Regime herrscht, das nur noch im Zorn auf die einstige englische Kolonialherrschaft zurück blickt, und daß sich die Mehrheit der
Malteser im Zweiten Weltkrieg nichts sehnlicher gewünscht hätte, als von dieser befreit zu werden, ist seiner Aufmerksamkeit - und offenbar auch der seiner Berater - entgangen.]
1991
Dezember: Weizsäcker erhält den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Mit dem Preisgeld unterstützt er links-alternative "Bürgerinitiativen" aus der ehemaligen Hausbesetzerszene in Leipzig, Berlin-Pankow und Duisburg, die vorgeben, sich um eine Verbesserung des Zusammenlebens von Ausländern und Deutschen zu bemühen.
Weizsäcker besucht Südkorea, Indien, Italien und die CSFR, wo man auf seinen altväterlichen Ratschlag, sich nicht in eine Tschechei und eine Slowakei zu teilen, weil das doch schon eine Idee Hitlers gewesen sei, mit Unverständnis und höflichem Schweigen reagiert.
1992
Juni: In einer Rede vor dem
BDI
räumt Weizsäcker politische Fehler bei der Finanzierung der deutschen "Wiedervereinigung" ein und fordert zugleich eine Offenlegung der Kosten. In diesem Zusammenhang kritisiert er auch die Parteipolitiker ob ihrer "Machtversessenheit in bezug auf Wahlkampferfolge". Von nun an beginnt man auch im Inland an seinem Verstand zu zweifeln - obwohl er in diesem Punkt einmal Recht hatte.
Weizsäcker reist in die USA, nach Mexiko und Tansania, wo er sich in blamabler Unkenntnis der Geschichte für die einstige deutsche Kolonialherrschaft entschuldigt, unter der es dem Land um ein vielfaches besser ging und der jeder, der sie noch miterlebt hat, nachtrauert.
1993
März: Weizsäcker verkündet seinen Entschluß, ab dem Jahreswechsel 1993/94 den wesentlichen Teil der Amtsgeschäfte von Berlin aus zu führen.
Weizsäcker besucht Tunesien, die USA, Thailand, Neuseeland, Australien, Litauen, Lettland, Chile und Ekuador.
1994
Januar: Weizsäcker veranstaltet den Neujahrsempfang zum ersten Mal in einem Berliner Amtssitz Schloß Bellevue.
Juni: Weizsäcker wird die Ehrendoktorwürde der Universität Cambridge verliehen.
Den Rest seiner Amtszeit verbringt er mit Reisen nach Frankreich, England und Polen. Kein Präsident vor oder nach ihm hat je ein derartiges Pensum an "Betroffenheits-Tourismus" absolviert, und kein anderer Präsident - nicht einmal der selige Heinrich Lübke - hat sich und sein Land dabei derart blamiert (was aufgrund der Pressezensur in der BRD freilich nie
bekannt wurde).
In seiner letzten Rede als Bundespräsident faselt Weizsäcker etwas von angeblicher
Fremdenfeindlichkeit
in Deutschland und "schändlichen Gewalttaten gegen Ausländer". [Es wird deutlich, daß er im Ausland stets mit verschlossenen Augen und Ohren gereist ist, sonst hätte er wissen müssen, was "Fremdenfeindlichkeit" ist. In der ganzen Welt toben Bürger- und Stammeskriege, finden "ethnische Säuberungen" genannte Völkermorde statt und bekämpfen sich unterschiedliche Religionsgemeinschaften - vor allem muslimische - bis aufs Messer; in der BRD grassiert die - tot geschwiegene und aus den Statistiken getilgte - Ausländerkriminalität in noch nie dagewesenem Ausmaße (Menschenhandel und Prostitution, Waffen- und Drogenhandel, Auftragsmorde und bandenmäßiger Einbruchdiebstahl); niemand hat mehr Verständnis dafür, daß der scheidende Präsident seinen Untertanen derartige Lügenmärchen auftischt.]
30. Juni: Weizsäcker übergibt das Bundespräsidentenamt an
Roman Herzog.
Danach übernimmt Weizsäcker einige gut dotierte Frühstücksdirektorenposten, so den Vorsitz im Bergedorfer "Gesprächskreis der Hamburger Körber-Stiftung" und den Kuratoriumsvorsitz der Theodor-Heuss-Stiftung.
November: Weizsäcker wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland der "Leo-Baeck-Preis" verliehen.
1995
März: Weizsäcker erhält die "Buber-Rosenzweig-Medaille" des "Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit".
Mai: Weizsäcker und der tschechische Präsident Vaclav Havel werden in Barcelona/Spanien mit dem internationalen Katalonienpreis geehrt - wofür weiß niemand, denn keiner von beiden hatte je etwas mit Katalonien zu tun.
Juli: Die UNO veröffentlicht einen Bericht, der von einer zwölfköpfigen Arbeitsgruppe im Auftrag des Generalsekretärs Boutros Ģali zur Reform der Weltorganisation erstellt wurde. Darin spricht sich Weizsäcker als
Kommissions-Vorsitzender der Arbeitsgruppe unter anderem gegen einen ständigen Sitz der Bundesrepublik im Sicherheitsrat aus.
Dezember: Weizsäcker wird an der Prager Karls-Universität zum Dr. iur. h.c. promoviert.
1996
Weizsäcker übernimmt im Sommersemester die Heinrich-Heine-Professur der Universität Düsseldorf. Sie umfaßt vier öffentliche Vorträge zum Thema "Europäische Entspannungspolitik in Vergangenheit und Gegenwart".
Oktober: Weizsäcker fällt den deutschen Vertriebenen erneut in den Rücken, indem er die Fortgeltung der berüchtigten Benesch-Dekrete anerkennt; ihm wird dafür der "Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung" verliehen.
1997
April: Weizsäcker wird zusammen mit dem erklärten Deutschen-Hasser Lech Walesa und dem US-Präsidenten George Bush sen. zum Ehrenbürger der Stadt Gdansk (vormals Danzig) ernannt.
Juni: Weizsäcker hält die Laudatio für die Auszeichnung des früheren sowjetischen Staats- und Parteichefs Mikhail Gorbatschow mit dem "Preis für planetarisches Bewußtsein" vom "Club of Rome".
Weizsäcker veröffentlicht seine Erinnerungen unter dem Titel "Vier Zeiten".
1998
April: Weizsäcker erhält den extra für ihn gestifteten Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes in Heidelberg - wofür bleibt unklar, da er mit Alfilologie nie etwas zu tun hatte.
Weizsäcker ruft zu "mehr Sachlichkeit im Wahlkampf" auf. Er meint damit, daß man die "Rechten" ausgrenzen, dagegen die PDS als "demokratische" Partei betrachten solle. Der Aufruf zeigt nachhaltigen Erfolg - die PDS zieht in den Bundestag ein und wird in manchen Gegenden der DDR bald wieder zur stärksten Partei.
2008
April: Auf einer Tagung der
Bertelsmann-Stiftung
spricht sich Weizsäcker für eine noch stärkere Gleichschaltung der EU aus, die letztendlich zu einer Zerschlagung der National-Staaten führen soll. Er beruft sich dabei ausdrücklich auf
Franklin Delano Roosevelt.
Juni: Das einzige Volk der EU, das seine Regierung über die EU-Gleichschaltung in einem Referendum abstimmen läßt, spricht sich mit großer Mehrheit gegen eine solche aus - obwohl nicht nur Weizsäcker, sondern auch alle im irischen Parlament vertretenen Parteien es aufgefordert hatten, dafür zu stimmen. Weizsäcker ist tief enttäuscht.