Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Periode, in welcher der europäische
Kolonialismus in alle Teile der Welt vordringt, die Ausbeutung, Ausplünderung
und Ausrottung fremder Völker Höhepunkte erreicht. Europäische Frauen nehmen
daran teil, indem sie als Ehefrauen von Farm- und Plantagenbesitzern,
Verwaltern, Kaufleuten und Kolonialbeamten nun auch nach Afrika und Australien
ziehen. In Deutschland wie in den anderen kolonisierenden Staaten entsteht eine
umfangreiche Literatur, die in Aufsätzen, Broschüren und Büchern aller denkbaren
literarischen Gattungen für Rassismus und Kolonialismus eintritt. Viele Frauen,
welche die Kolonien in der Regel aus eigener Anschauung kennen oder direkt von
dort berichten, sind an der Produktion dieser Schriften beteiligt. Auf solche
Autorinnen geht das vorliegende Buch nicht ein; verwandtes Gedankengut findet
sich jedoch auch bei reisenden Frauen, die sich nicht als Aktivistinnen für den
Kolonialismus des einen oder anderen Staates verstehen - dies wird bei Ida
Pfeiffer oder Alma Karlin deutlich. Andererseits haben sich viele Reisendinnen
sehr früh und eindeutig gegen die bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in den
USA, Brasilien und der Karibik praktizierte, von den Europäern eingeführte
Sklaverei gewandt. Das beginnt mit Aphra Behn und Maria Sibylla Merian,
gilt aber auch für viele andere einschließlich Ida Pfeiffer. Vergleichende
Untersuchungen wie die von Mörner oder Bernhard legen den Schluß nahe, daß es
sich dabei um ein Charakteristikum der Reiseliteratur von Frauen handelt, denn
männliche Autoren äußern sich durchaus nicht einhellig ablehnend. Kumari
Jayawardena weist darauf hin, daß viele unter den frühen europäischen
Sozialistinnen und Feministinnen Reisen nach Asien unternehmen, dort die Frauen
über die Kämpfe in Europa informieren und die Frauenbewegung oder auch die
antiimperialistischen Bewegungen unterstützen.1
Die Geschichte der Frauenreisen ist auch die Geschichte der Bedingungen und Bestrebungen, die
solche Auf- und Ausbrüche aus eigenem Entschluß zu verhindern trachten.
Wirksames und grundlegendes Mittel ist dabei sicherlich die Tatsache, daß Frauen
in der Regel unter der Vormundschaft eines Mannes - des Vaters oder des
Ehemannes - stehen und also dessen Erlaubnis brauchen. Nur wenn sie diese
erhalten, besteht die auch dann immer noch geringe Aussicht, die für große
Reisen so dringend notwendigen Empfehlungsschreiben, Passierscheine oder Pässe
zu erlangen. Außerdem verfügen nur wenige Frauen über ein eigenes oder so
umfangreiches Eigentum, daß sie eine längere Fahrt finanzieren könnten.
Erschwerend kommt hinzu, daß auch während der Reise mit juristischen
Komplikationen zu rechnen ist, da Frauen bis in die jüngste Vergangenheit nur
als beschränkt geschäftsfähig gelten. Schon aus diesen Gründen ist es
verständlich, daß für die Masse der Frauen große Reisen aus eigenem Entschluß
überhaupt nicht in Frage kommen, viele Reisendinnen erst in einer relativ späten
Lebensphase ihre erste große Fahrt antreten: als geschiedene Frauen wie
Elizabeth Craven oder Ida Hahn-Hahn, als Witwe wie Louise Mühlbach oder als
ledige Frauen, deren Väter gestorben sind, wie Mina Kruseman, Marie von Bunsen
oder Alma Karlin.
Aber nicht nur der allgemeine gesellschaftliche Status der Frau in der feudalen und der
bürgerlichen Gesellschaft hindert Frauen daran zu reisen. Wir wissen auch von
gezielten Maßnahmen, Frauenreisen zu diffamieren oder zu unterbinden: Aus der
gleichen Epoche, aus der der erste Bericht einer reisenden Frau überliefert ist,
gibt es bereits festgehaltenen Klatsch über solche Frauen. Um 394 n.C. heißt es in einem
Brief aus Jerusalem: »Man tuschelte über das Alter, die Aufmachung, die Haltung, den Gang,
über die Unvorsichtigkeit in der Wahl der Gesellschaft, die leckeren Schmäuse, den
königlichen Prunk eines Nero und die Beilager Sardanapals«2 - und meinte damit
eine Pilgerin. Über eine andere heißt es: ». . . eine gewisse
Galla - so ihr Name, nicht etwa ihre Herkunft -, die eine Schwester als Erbin
zurückließ, die hin und her reiste, um eine verwandte Häresie zu verbreiten«.3
Ausschweifung und Ketzerei, Sittenlosigkeit und Prostitution, fahrende Frau als
Synonym für Dirne - mit diesen und ähnlichen Vorwürfen werden reisende Frauen
belegt ("associated with"), nicht zuletzt um ihre Geschlechtsgenossinnen
von ähnlichen Aufbrüchen abzuhalten.
Als das allein offensichtlich nicht hilft, wird im 8. Jahrhundert ein formelles Verbot erwogen.
Dem geht unter anderem voraus, daß sich zwei Frauen an Bonifatius wenden, der
selbst fast vierzig Jahre lang pausenlos unterwegs ist, und ihn um seinen Rat zu
bitten: » Schon seit langem, schreibt Äbtissin Eangyth um 720, verspüre sie das
Verlangen, . . . >die einstige Herrin der Welt Rom aufzusuchen . . . <.
Eangyth räumt offen ein, sie werde von vielen eines solchen Reisevorhabens wegen
gescholten; . . . Fast zwei Jahrzehnte später bietet die Tochter und
Nachfolgerin dieser Äbtissin, offensichtlich von ähnlicher Unrast getrieben,
Bonifatius um Rat. Dieser wagt nicht, >Dir von mir aus die Pilgerfahrt zu
verbieten, aber auch nicht, sie Dir unbedenklich anzuraten<.«4
Deutlichere und offenere Worte zum Thema Pilgerinnen findet er aber 747 in einem Schreiben an
seinen Kollegen, den Bischof Cuthbert von Canterbury: »Zur Minderung der Schmach
würde dienen, wenn eine Synode und euere Fürsten den Weibspersonen und
verschleierten Frauen die häufigen Reisen nach Rom verböten; denn viele gehen
dabei (sittlich) zugrunde und wenige kehren unverletzt zurück.«[5]
Es kann daher als geradezu charakteristisch gelten, wenn die Pilger, mit denen
Margery Kempe zeitweise gereist ist und sich oft gestritten hat, in der Heimat
Gerüchte über Ehebruch und Ketzerei verbreiten, die sie angeblich während ihrer
Jerusalemreise begangen hat.[6]
Im 17. Jahrhundert dann erhalten Frauen in Venedig, dem Haupthafen, von dem
Pilgerfahrten ins Heilige Land ausgehen, nicht mehr das dafür notwendige
»Placet«, wie es offiziell heißt. Wer ohne dieses mit elf Unterschriften
versehene Papier zu reisen wagt, fällt der Exkommunikation anheim.[7]
Im Laufe der Zeit
werden die Mittel, welche die Frauen am Reisen hindern, dann subtiler. Das 17.
und 18. Jahrhundert ist die hohe Zeit der Apodemiken, der Schriften von der
Kunst des Reisens, die sich an männliche Adressaten wenden und für europäische
Länder gelten. Sie stellen beispielsweise so hohe Anforderungen an die Bildung
der Reisenden, daß sie für Frauen eine ausgesprochen entmutigende Funktion
gehabt haben müssen. So heißt es in einer allerdings relativ späten Apodemik aus
dem Jahre 1791: »Von folgenden Künsten und Wissenschaften ist es unumgänglich
nothwendig, daß ein Reisender sich Kenntnisse erwerbe: 1. Gesetzgebung, 2.
Naturgeschichte, 3. Mineralogie, Metallurgie und Chemie, 4. Mathematik, 5.
Mechanik, 6. Hydrostatik, Hydraulik und Architektur, 7. Perspektive, 8.
Erdbeschreibung, 9. Navigation und Schiffsbaukunst, 10. Ackerbau, 11. Sprachen,
12. Arithmetik, 13. Zeichnen, 14. >eine lesbare und geschwinde Hand<, 15.
Schwimmen, 16. oberflächliche medizinische Kenntnisse, 17. Musik, 18. Geschmack,
19. Menschenkenntnis, 20. Kenntnis des vaterländischen Staates, 21 . vorläufige
Bekanntschaft mit den Ländern, die man besuchen will.«[8]
Auch mit dem
bürgerlichen Frauenideal ist die Vorstellung von einer reisenden Frau nicht in
Einklang zu bringen: An der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert versucht der
Dichter Heinrich von Kleist seine lebenstüchtige, praktische Schwester Ulrike am
Reisen zu hindern. Er schreibt ihr: »Aber was soll ich glauben, wenn Dir der,
nicht scherzhafte, nur allzu ernstliche Wunsch entschlüpft, Du möchtest die Welt
bereisen? Ist es auf Reisen, daß man Geliebte suchet und findet? Ist es dort wo
man die Pflichten der Gattin und Mutter am zweckmäßigsten erfüllt? Oder willst
Du endlich wenn Dir auch das Reisen überdrüssig ist, zurückkehren, wenn nun die
Blüte Deiner Jahre dahingewelkt ist, und erwarten, ob ein Mann philosophisch
genug denke, Dich dennoch zu heiraten? Soll er Weiblichkeit von einem Weibe
erwarten, deren Geschäft es während ihrer Reise war, sie zu unterdrücken?«
Heinrich von Kleist läßt noch die Warnung folgen: »Nicht einen Zaun, nicht einen
elenden Graben kannst Du ohne Hülfe eines Mannes überschreiten .... <[9]
Im Mittelalter hatte es geheißen: »Einer Frauen Romfahrt und einer Henne Flug
über den Zaun ist beides gleich nütze ...«[10]
Aber auch die
Formen der Gegenwehr von Frauen in Wort und Tat seien hier nicht vergessen: Da
ist zum Beispiel Sidonia Hedwig Zäunemann (1714-1740) zu nennen, die auf
zahlreichen, für Männer verfaßten Apodemiken mit einer eigenen Schrift für ihre
Geschlechtsgenossinnen antwortet",[11]
häufig zu Pferde und in Männerkleidung Reisen unternimmt und auch ihre
Dichtkunst zu diesem Zweck einsetzt: »Versuchts! es reiset sich des Nachts in
Wäldern schön: Ich hab's erst nicht geglaubt, nun hab' ich es gesehn. «[12]
Wenn schon
Fahrten innerhalb Deutschlands und Europas als abenteuerlich gelten und Frauen
nicht zugetraut wird, diese durchzustehen, so wird das erst recht für Reisen in
außereuropäische Gebiete angenommen. Da hilft dann auch einer älteren,
lebenserfahrenen Frau nur eine List. Ida Pfeiffer ergeht es wie folgt: »Als sie
indeß ihren Freunden von ihrem Wunsch, Jerusalem zu besuchen, erzählte, wurde
sie einfach als Närrin, als überspannte Person behandelt, und niemand schien ein
solches Unternehmen ihr im Ernst zuzutrauen. Nichtsdestoweniger beharrte sie auf
ihrem Entschluß, verheimlichte aber das eigentliche Ziel der Reise, indem sie
erklärte, sie werde eine Freundin in Konstantinopel, mit der sie seit langer
Zeit in lebhafter Korrespondenz stand, besuchen. Sie zeigte niemandem ihren Paß,
und keiner von denjenigen, die von ihr sich verabschiedeten, ahnte ihr
eigentliches Ziel.«[13]
Um den Spuren
reisender Frauen zu folgen, wie sie die Beiträge dieses Bandes nachzeichnen,
waren wir weitgehend auf die Primärliteratur, also die von ihnen selbst
verfaßten Schriften, angewiesen. Gelegentlich gibt es auch Biographinnen oder
Biographen; aber eine Gesamt- oder Überblicksdarstellung weiblicher Reisen, sei
es auch nur für einzelne Epochen oder Regionen, liegt in deutscher Sprache
bisher nicht vor. Darüber hinaus werden Frauen in den allgemeinen Werken zu
Forschungs- und Entdeckungsreisen oder zur Reiseliteratur kaum berücksichtigt.
Dafür hier nur ein Beispiel: Ein einschlägiges Handlexikon aus dem Jahr 1983
stellt mehr als 180 bedeutende Männer » von der Antike bis zum 20. Jahrhundert
vor und würdigt ihre individuellen Leistungen«, so der Klappentext (Schmitz).
Nur eine Frau wird erwähnt und in einem der kürzesten Beiträge des Bandes
»gewürdigt«. Die kommentierte Bibliographie nennt von den mehr als zwanzig
Büchern dieser Forscherin - es handelt sich um Alexandra David-Neel - wiederum
nur eines: die Sammlung der Briefe an den Ehemann. Eine nähere Beschäftigung mit
Leben und Werk von Frauen, die in früheren Jahrhunderten in außereuropäische
Gebiete gereist sind, zeigt, daß jüngere wie ältere, reiche, aber auch wenig
wohlhabende, verheiratete wie unverheiratete, Frauen, die (noch) keine Kinder
hatten, wie Mütter von halbwüchsigen oder erwachsenen Kindern, solche Abenteuer
wagten. Viele brachen alleine auf, manche wurden von einer Tochter begleitet,
wieder andere durchzogen die Welt gemeinsam mit dem Ehemann oder anderen, meist
männlichen Begleitern.
Die »weiblichen«
Reisen verlaufen in vieler Hinsicht anders als die der nicht zuletzt aus der
Jugendliteratur bekannten männlichen Forscher, Entdecker oder Abenteurer. Frauen
leiten weder großangelegte Expeditionen, noch entdecken sie den Europäern ihrer
Zeit unbekannte Kontinente, Seewege, Rohstoffvorkommen oder Völker, sie sind
nicht als Eroberinnen oder Kauffrauen unterwegs und eher selten als Spioninnen,
Diplomatinnen oder Missionarinnen. Und viele wissen mit kleinem Budget zu
wirtschaften wie die weltreisende Ida Pfeiffer mit ». . . Summen, welche einen
Fonds bildeten, mit dem Reisende wie der Fürst Pückler-Muskau oder wie
Chateaubriand und Lamartine höchstens auf einer vierzehntägigen Badereise
ausgekommen wären, die mir, der einfachen Pilgerin, aber zu zwei-und
dreijährigen Fahrten genügend schienen und, wie die Folge zeigte, es auch
waren«.[14]
Dennoch -
vielleicht aber auch deshalb - sind viele der von Reisendinnen hinterlassenen
Schriften noch immer faszinierend zu lesen. Im Laufe der Jahrhunderte nahm diese
Literatur einen beachtlichen Umfang an: Tagebücher, Briefe, Reiseberichte,
Autobiographien, Erzählungen, Romane, wissenschaftliche Arbeiten verschiedener
Disziplinen. Häufig halten ihre Autorinnen die Reiseeindrücke auch im Bild fest:
Anhand von Zeichnungen, Stichen, Aquarellen oder Ölbildern und ab Mitte des
letzten Jahrhunderts mit photographischen Verfahren vermitteln sie in
Ausschnitten, wie sie die Teile der Welt sahen, die sie bereisten: Sie richteten
ihre Aufmerksamkeit auf Schmetterlinge und Käfer, Steine und Moose,
ethnographische Gegenstände aus aller Welt.
Der Aufbruch, den
diese Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen wagten, bestimmte oft die gesamte
weitere Biographie – ihre Lebensreise wurde zum Reiseleben. Was den doppelten
Versuch angeht, äußere Grenzen zu überschreiten, natürliche und
gesellschaftliche Hindernisse zu überwinden, können alle Reisendinnen auf
Erfolge verweisen -jedoch stellt sich die Lage komplexer dar, wenn es um innere
Grenzen und Begrenztheiten geht: Nicht wenigen unter ihnen blieb das Bewußtsein
von der »Unterlegenheit des weiblichen Geschlechts« oder von » der natürlichen
Bestimmung« der Frau ebenso anhaften wie das von der» Überlegenheit der weißen
Rasse«. Der gewöhnliche Eurozentrismus oder Rassismus ihrer jeweiligen Zeit
findet sich nur allzuoft in den Schriften reisender Frauen, geht zum Teil
widersprüchliche Allianzen mit dem Klassenstandpunkt der Aristokratin oder
Bildungsbürgerin ein. Darüber hinaus: Im Prinzip waren alle im folgenden
vorgestellten Reisendinnen, bewußt oder unbewußt, direkt oder indirekt,
Nutznießerinnen von Kolonialismus und Imperialismus. Sie bedienten sich
zumindest, wenn auch notwendigerweise, der in diesem Zusammenhang entstandenen
Infrastruktur, der europäischen Einrichtungen und Außenposten. Das bedeutete
gerade dann, wenn sie nicht reisten, um an dieser Macht teilzuhaben, ein Leben
im, in der Regel unausgesprochenen, Widerspruch.
Das Wort »reisen«
leitet sich von althochdeutsch » risan« her, d. h. aufstehen, sich erheben,
aufbrechen zu kriegerischer Unternehmung. Einen Kampf gegen das Frauenbild ihrer
Zeit, überhaupt gegen die Reduzierung aller Frauen auf ein ausschließliches
Dasein als Mutter, Haus- und Ehefrau, haben alle Reisendinnen geführt. Die
Bedeutungen, die hinter den englischen und französischen Entsprechungen für
»reisen« stehen, verweisen auf die in diesem Aufbruch enthaltenen Begrenzungen:
»Journey« geht auf das lateinische »diurnum« zurück - so viel, wie ein Mensch an
einem Tag schafft, »travel« leitet sich vom französischen »travail« ab, was
Mühe, Arbeit bedeutet, und »voyage« leitet sich vom lateinischen » viaticum«
her, womit das für den Weg (via) Notwendige bezeichnet wird.[15]
So gesehen, ist reisen als mühe- und gefahrvoller Prozeß zu verstehen, als
Arbeit an sich selbst wie in Auseinandersetzung mit der (Männer-)Welt, mit der
eigenen wie der fremden Kultur. Der Erfolg der Reisendin hängt dabei nicht
zuletzt davon ab, ob sie über die notwendige materielle, vor allem aber geistige
Wegzehrung verfügt - und auch dann ist das Ziel, das allenfalls bedingt als
geographischer Ort benennbar ist, nur in Tagesetappen, in vielen einzelnen
Schritten, zu erreichen. Der Aufbruch, der Weg, die Reise bleibt häufig das
Ziel. Die Reisende wird erkennbar nicht als die strahlende Heldin, die alle
Abenteuer unbeschadet, ja siegreich übersteht, sondern als Suchende, die auch
auf Irrwege und Abwege gerät, mit historischem Abstand betrachtet. Allerdings:
Diese Frauen haben den Aufbruch und das Abenteuer eines eigenen Lebens gewagt.
"Lauf! Geh!
Nur zum Bersten hält die Wolke inne,
und nur zum Weinen
bleibt der Abenteurer stehn!
Quelle: Lydia Potts, Hrsg. Aufbruch und
Abenteuer. Frauen-Reisen um die Welt ab 1785. Frankfurt a.M.: Fischer,
1995.
[1] Vgl. Jayawarden, Kumari, Feminism and Nationalism in the Third World (London: 1986) 20.
[2] Donner Herbert, Pilgerfahrt ins
Heilige Land. Die ältesten Berichte christlicher Palästinapilger (Stuttgart,
1979) 74.
[3] Donner 75.
[4] Ohler, Norbert, Reisen im Mittelalter
(München, 1986) 204.
[5] Dreschner, Karl-Heinz, Das Kreuz mit
der Kirche (München, 1986) 137.
[6] Vgl.Collis, Louise, Leben und
Pilgerfahrten der Margery Kempe. Erinnerungen einer exzentrischen Lady
(Berlin, 1986) 131.
[7] Vgl. Bates, E.s., Touring in 1600. A Study in the Development of Travel as a Means of Education (New York, 1911) 209 ff.
[8] Elkar, Rainer S., „Reisen bildet.
Überlegungen zur Sozial- und Bidlungsgeschichte des Reisens während des 18. und
19. Jahrhunderts“, in Karsnobaev/Robel/Zeman, Reisen und Reisebeschreibungen
im 18. Jahrhundert als Quellen der Kulturbeziehungsforschung (Berlin, 1980)
56 ff.
[9] Weigel, Sigrid, Ulrike von Kleist.
Lebens-Spuren hinter dem Bild der Dichter Schwester, in: Pusch, Schwestern
berühmter Männer (Frankfurt/M., 1985) 249ff.
[10] Dreschner, 137.
[11] Zäunemann, Sidonia Hedwig, Curieuser
und immer währender Astronomisch-Meteorologisch-Oeconomischer Frauenzimmer
Reise-und Hand Kalender ... Mit einer Vorrede von Mlle. Sidonia Hedwig
Zäunemannin, 6. Aufl. (Erfurt 1737).
[12] Becker-Centarino, Barbara, Der
lange Weg zur Mündigkeit. Frau und Literatur (1500-1800) (Stuttgart, 1987)
271.
[13] Pfeiffer, Ida, Reise nach
Madagaskar (Marburg, 1980) 24.
[14] Pfeiffer, 26.
[15] Vgl. Ohler, 12.
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